Lernspiele, sogenannte Serious Games, boomen. Immer mehr Unternehmen setzten sie als Browser-Spiele oder als Software in der betrieblichen Aus- und Weiterbildung oder für Rekrutierungszwecke ein. Auch für TV-Formate, Lernplattformen, in Schulen und Universitäten kommen sie immer häufiger zum Einsatz. Zwei ausgezeichnete Lernspiele für zwei verschiedene Verwendungsgebiete möchte ich nun vorstellen:
Was der Reporter Willi immer alles wissen will! Daher nimmt er alles ganz genau in der ARD Serie “Willi wills wissen” unter die Lupe: Er begleitet interessante Menschen, wie zum Beispiel einen Stuntman oder einen Tierarzt bei der Arbeit. Oder er lässt sich an spannenden Orten wie einer Feuerwache oder einem Flughafen, einem Flussschiff oder einem Salzbergwerk von einer Überraschung zur nächsten treiben. Wem die Sendungen nicht reichen, kann die Abenteur von Willi nachspielen und so Ritterburgen erkunden oder der Polizei bei der Verbrechensbekämpfung helfen. Das Spiel “Willi wills wissen – Bei den Wikingern” hat jüngst den Serious Games Award, also den Preis für das beste digitale Lernspiel, gewonnen.
Der Gewinner des Preise 2009 ist allerdings auch nicht schlecht. Mit TechForce entwickeln angehende Azubis der Metall- und Elektroindustrie den futuristischen Gleiter „x2100“, der im anschließenden Rennen getestet wird. Wissen aus Elektrotechnik, Steuerungstechnik, Hydraulik, Mechanik und Qualitätssicherung wird so spielerisch vermittelt – und so für die spätere Berufsentscheidung schmackhaft gemacht.
Allerdings sind viele Lernspiele meiner Meinung nach nichts für eingefleischte Gamer bzw. Spieler, die schon das ein oder andere Spiel kennen. Die Grafik ist oft nicht mit der einer Entertainment-Software zu vergleichen. CIV V ist sicherlich komplexer als “Willi bei den Wikingern” und “Drakensang – Am Fluss der Zeit” hat eine hundert Mal bessere Grafik. Lernen kann man auch bei diesen Spielen, obwohl sie nicht zu den Serious Games zählen. Doch um Jugendlichen komplexe Themen der Industrie nahe zu bringen (Stichwort Berufsentscheidung), kleinen Kindern Themen zu erklären (Stichwort Wikinger, Ritter) oder Arbeitnehmer zu schulen, erfüllen Lernspiele durchaus ihren Zweck und bereichern das Angebot an Lernmodulen.
Lernsendungen, E-Learning und Lernspiele boomen. Doch machen auch handelübliche “Spaßspiele” wie Drankensang oder Grand Theft Auto schlau? Profitiert mein Intellekt auch beim Verfolgen einer “normalen” Fersehsendung? Ja, sagt Steven Johnson in seinem Buch “Neue Intelligenz – Warum wir durch Computerspiele und TV klüger werden”.
Auf den ersten Blick wird bei Spielen allerhöchstens die Hand-Auge-Koordination geschult, doch moderne PC- und Konsolen-Spiele können mehr. So wurden in verschiedenen Studien Spieler und Nichtspieler getestet. Die Spieler schnitten dabei auch in anderen Bereichen positiv ab: sie waren geselliger, verfügten über größeres Selbstvertrauen und gingen kreativer an die Lösung von Problemen heran. Spielten die Nicht-Spieler eine Woche lang Ego-Shooter, so verbesserten sich ihre visuelle Aufnahmefähigkeit. Durch Games werden eine Vielzahl kognitiver Fähigkeiten trainert: man muss permanent Entscheidungen treffen, eine Welt erkunden, Ziele setzen, Hinweise gewichten, Situationen analysieren, Fehler entdecken und Lösungen selbst erarbeiten.
Auch bei komplexen TV-Serien wie Die Simpsons, Lost oder 24 lernen wir ganz unbewusst – wir tranieren nämlich unsere soziale Intelligenz und lernen es, Informationslücken zu schließen und eigene Schlüsse zu ziehen.
Das Geheimnis des Phänomens ist die Schläferkurve. TV-Sendungen, Games und Filme: Medien weden immer komplexer und anspruchsvoller. Dies beeinflusst die mentale Entwicklungen junger Menschen positiv, denn kognitive Fähigkeiten werden permanent trainiert. Wir sind eine problemorientierte Spezies geworden. Eine Vergleich der Lerneffekte der Medienformate Buch, Internet, Games und TV-Serien – basierend auf Steven Johnsons Analyse – findet ihr hier. Download: Multimediale_Lerneffekte
Wie lernt unser Gehirn? Wie funktionieren Wahrnehmung und Denken? Wie wirken Gefühle? Die aktuelle Gehirnforschung kann auf diese Fragen zum Teil verblüffende Antworten geben. Es vergeht kaum ein Monat, in dem nicht wichtige, neue Erkenntnisse zu Tage gefördert werden. Prof. Dr. Dr. Manfred Spitzer, Direktor der psychiatrischen Uniklinik in Ulm, erklärt in der Sendereihe “Geist & Gehirn” auf Bayern Alpha, wie das Wunderwerk in unserem Kopf funktioniert.
“Das Gehirn ist mit Abstand unser spannendstes Organ und auch unser kompliziertestes Organ. Man sagt ja oft, das Gehirn sei das komplizierteste Stück Materie, das es im Universum überhaupt gibt.” So Manfred Spitzer im Alpha-Forum.
Im Oktober 2009 Ende das Campus of Excellence (COE) Jahr. Doch seitdem haben wir uns keinesfalls ausgeruht, sondern es wurde viel „genetzwerkt“, geplant und organisiert. Jetzt startet das COE Jahr 2010. In den kommenden Wochen und Monaten, werden wir uns mit Wissenschaftlern, Unternehmern und Mitarbeitern des COE auf generation-bildung unterhalten und über die neuen Projekte berichten.
Schülerprojekt Zukunft MINT
Ende März startet das fünfjährige Schülerprojekt Zukunft MINT mit Schulen aus Deutschland, Polen und Ungarn. Förderer sind AIDA Cruises, Axel Springer AG, Commerzbank AG, Frankenpost Verlag GmbH sowie die Hans-Viessmann-Technologie-Stiftung. Der oft zitierte Fachkräftemangel in MINT-Berufen wird sich in den kommenden Jahren weiter verschärfen. Mit dem jetzt anlaufenden Projekt will der COE die Begeisterung für MINT bei Jugendlichen wecken und berufliche Perspektiven praxisnah aufzeigen.
„Die Grundlage für mehr MINT-Absolventen wird in den Schulen geschaffen. Doch reine Information greift hier zu kurz. Denn die Studien- und Berufswahl betrifft die ganze Persönlichkeit eines Menschen mitsamt seinen Stärken und Vorlieben“, so Cornelia Unglaube, Vorstandsvorsitzende des Campus of Excellence.
Das Projekt startet für 60 Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe 10 mit einer zweijährigen Begleitung durch Workshops und Praxisprojekte in Unternehmen. Es wird von Professor Alfred Flint, Universität Rostock, sowie Professor Detlef Sembill, Otto-Friedrich-Universität Bamberg, wissenschaftlich begleitet. Bewerben können sich Interessenten der teilnehmenden Partnerschulen. Inhaltliche Schwerpunkte sind die Kompetenzstärkung in der Studien- und Berufsorientierung, die Unterstützung der Persönlichkeitsentwicklung, die Vermittlung von Soft Skills sowie Kontakte zu Unternehmen und Hochschulen. Im Anschluss an die erste Projektphase folgt die Aufnahme in dreijährige Mentoringprogramme. Dort werden die teilnehmenden Schülerinnen und Schüler langfristig und nachhaltig auf ihrem Weg an die Universitäten und in den Beruf begleitet. Ziel ist, speziell leistungsstarke Schülerinnen und Schüler aus bildungsfernen Elternhäusern oder mit Migrationshintergrund zu fördern.
Die Zahl der MINT-Studierenden aus anderen Ländern hat sich in den vergangenen Jahren hierzulande zwar fast verdoppelt; trotzdem liegt Deutschland weiterhin deutlich unter dem OECD-Durchschnitt. Um frühzeitig auch Jugendliche aus europäischen Nachbarländern für ein MINT-Studium in Deutschland zu begeistern, kooperiert der COE mit mehreren Schulen in Polen und Ungarn. Download der Pressemitteilung als pdf…
Ein abgeschlossene Ausbildung oder ein beendetes Studium heißt nicht gleich ausgelernt. Durch Weiterbildungsangebote neben dem Beruf können wertvolle Pluspunkte für den Werdegang gesammelt werden. So setzt die Industriekaufffrau nach drei Jahren Berufspraxis den Betriebswirt drauf. Dies bedeutet nicht nur eine Bereicherung der Persönlichkeit, sondern auch die Sicherung des Arbeitsplatzes oder sogar ein Aufstieg im Unternehmen.
Fernstudiengänge an Universitäten (z.B. Hagen) oder privaten Institutionen wie der SGD gibt es reichlich. Das bedeutet aber viel Disziplin. Denn ohne Kommilitonen und Klassenverbund verliert man schnell den Anschluss an das Lern-Soll. Dafür kann man sich seine Zeiten flexibel einteilen. Doch nicht jeder kann das – noch dazu über mehrere Jahre (ja nach Studienrichtung können das bis zu sechs Jahre sein).
Alternativ zum Fernstudium gibt es die Möglichkeit eines berufbegleitenden Abendstudiums. Sozusagen für alle, die den inneren Schweinehund nicht komplett besiegen können und täglich neue Anreize und feste Termine brauchen. Abendstudium heißt pauken nach Feierabend, und das ca. zwei Jahre lang. Nebenbei kann man aber noch Kontakte im Businessnetzwerk knüpfen und sich mit Kommilitonen austauschen.
Gerade in der Marketing- und Kommunikationsbranche sind Zusatzausbildungen goldwert – die Branche verändert sich schließlich mit jeder Medienneuheit. Viele private Akademien haben sich daher spezialisiert wie beispielsweise die Akademie für Marketing und Kommunikation in Frankfurt. Hier soll man bald – neben Kommunikation und Mediaplanung – das Fach Online-Marketing studieren können.
Das Bild, das er zu vermitteln versucht: In Zukunft werden Kinder nach der Grundschule ein Los kaufen müssen. Das Schicksal entscheidet dann, ob aus ihnen was wird oder nicht. Was ist dran an dieser These? Ein klitzekleines Fünkchen Wahrheit steckt in diesem Bild. Aber Lotterielose für Gymnasialplätze wird es auch in Berlin nicht geben.
Bei der geplanten Schulreform in Berlin stand Chancengleichheit an oberster Priorität. Nach der 6-jährigen Grundschule wird es daher nur noch die Schulformen Gymnasium und Sekundarschule geben. An beiden ist Abitur möglich. Die Eltern haben weiterhin Entscheidungsfreiheit und freie Schulwahl. Da manche Schulen erfahrungsgemäß mehr Anmeldungen als Plätze haben, gibt es folgende Regelung: Die Schulen dürfen mindestens 60 Prozent der Plätze nach eigenen Kriterien selbst vergeben, bis zu 10 Prozent sind für Härtefälle gedacht. Gibt es an einer Schule mehr Anmeldungen als Plätze, werden 30 Prozent verlost. D.h. auch schwächere Schüler können es so an Wunsch-Gymnasium schaffen.
Ist das nun besonders “dekadent” oder “würdelos”? Immerhin können sich die Schulen 60 Prozent der Anmeldungen aussuchen. Mit den verlosten 30 Prozent wird dagegen erreicht, dass es auch schwächere Schüler oder Migrantenkinder an besonders bliebte Schulen (Elite-Gymnasien, Gymnasien in Wohnungsnähe) schaffen. D.h. aber nicht, das besonders gute Schüler einen Weg verbaut bekämen. Denn die zählen zu den 60 Prozent, die die Schule wahrscheinlich selbst auswählt. Außerdem: Kommt man auch durch das Los nicht auf das Wunschgymnasium, bleiben einem noch alternative Gymnasien.
Zwar ist Deutschland noch nicht weltweiter Spitzenreiter was übergewichtige Kinder anbelangt, aber auf dem besten Wege allemal – wenn sich zukünftig nichts ändert. Dabei müsste nicht nur den Kindern von heute gelehrt werden, wie man sich gesund und vernünftig ernährt, sondern auch deren Eltern sollte man sich mal zur Brust nehmen. Denn wie oft werden quengelige Kinder auf der Straße mit süßen Milchbrötchen, Keksen oder Lollis ruhig gestellt?
Wo lernen Kinder dann, wie ein Apfel aussieht, geschweige denn, wie ein Apfel schmeckt? Das muss wohl die Schule sein, haben sich die EU-Abgeordneten in Brüssel gedacht, als sie 2008 den Vorschlag machten, Schulkinder in Grund- und Förderschulen kostenlos mit Obst und Gemüse zu versorgen. Die Idee besagte, dass die EU 90€ Millionen sponsorn wollte, aber weitere €90 Millionen von den Ländern aufgebracht werden sollten. Soweit so gut.
Doch damals noch ahnte niemand, welch kleine Obstysee da auf die Interessierten zukommen sollte.
Der Idee folgte der Beschluss, gefolgt von den Umsetzungsbestimmungen, gefolgt von einer Sachverständigengruppe für technische Beratung. Als nächstes musste das ganze im Bundestag diskutiert werden, dann im Bundesrat, wo es Streit gab, weshalb es eines Vermittlungsausschuss bedurfte. Nun ist das Schulobst Ländersache. Neun von 16 Ländern haben ihre Teilnahme inzwischen wieder abgesagt, weil der bürokratische Aufwand zu hoch sei. Desweiteren können aufgrund nicht ausreichender finanzieller Ressourcen auch nicht alle Schulen versorgt werden.
Dort wo die Obstysee doch noch Wurzeln geschlagen hat, müssen Planstellen für die Verwaltung eingerichtet werden, offizielle Lieferanten müssen auserkoren werden. Und das Obst darf natürlich auch nicht einfach so ausgeteilt werden.
Aber neben dem bürokratischen Aufwand es aber gibt auch Positives zu vermelden. Das Programm ist in ein pädagogisches Konzept eingebunden, um die Nachhaltigkeit zu sichern, z.B. muss gesunde Ernährung in den Lehrplan eingebunden werden und Lehrer und Schüler sollen gemeinsam Obst zubereiten. Dort, wo es bereits ähnliche Projekte gibt, gibt es auch einen Trend zu verbessterten Essgewohnheiten.
Ich finde das Programm im Großen und Ganzen eigentlich echt gut bzw. einen Schritt in die richtige Richtung. Denn es gibt genug Kinder, die zu Hause viel zu selten Obst und Gemüse zu Gesicht bekommen und deshalb die Schule der Ort ist, wo solche Defizite eingeebnet werden können. Allerdings ist es schade, dass dann schon wieder Schulen ausgesiebt werden, weil die Fördergelder nicht reichen. Denen bleibt dennoch die Möglichkeit, selber so ein Programm zu starten oder die schulische Essensversorgung in Richtung gesündere Ernährung anzupassen. Also vielleicht doch keine Obstysee?
Der dynamische Wandel in unserer globalisierten Welt verleiht dem Schlagwort vom „lebenslangen Lernen” eine neue, besondere Brisanz. Wer über eine gute Basisbildung verfügt und Fachwissen, Methodenkompetenz und soziale Fähigkeiten systematisch weiterentwickelt, hat heute die besten Chancen, ständig neue Herausforderungen zu bewältigen und seine Zukunft erfolgreich zu gestalten. In diesem Prozess ist nicht nur der Lernende gefordert, auch die Anforderungen an diejenigen, die Bildung vermitteln, sind so hoch wie nie zuvor. Für ambitionierte Lehrer, Erzieher, Ausbilder und andere pädagogische Fachkräfte ist es unverzichtbar, neue Entwicklungen bei Lehrmethoden, Medien, Lernmitteln etc. zu kennen, Erfahrungen auszutauschen und über die aktuellen Themen in der Bildungslandschaft informiert zu sein. Die didacta 2010 – die Bildungsmesse in Köln – bietet dafür eine optimale Plattform. Hier treffen sich die wichtigsten Entscheidungsträger aus allen Bildungsbereichen, hunderte Anbieter präsentieren einem großen Publikum neue Lösungen für die unterschiedlichsten Bildungsbereiche und ein anspruchsvolles Rahmenprogramm greift aktuelle bildungspolitische und pädagogische Entwicklungen auf.
Die Didacta findet vom 16.-20.03.2010 in Köln statt und richtet sich an alle, die direkt oder indirekt Interesse an Bildungsthemen haben. Vorbeischauen lohnt sich!
Wenn die WG-Party doch etwas länger ging, wird auch schon mal ganz gerne die erste Vorlesung am morgen geschwänzt. Pech, wenn man dann einen interessanten Vortrag verpasst. Doch einige Unis bieten schon jetzt ganze Veranstaltungsmitschnitte im Netz an. Nicht nur prima für alle Spätaufsteher, sondern auch für alle, die den Stoff gerne noch einmal widerholen möchten, um sich auf Prüfungen vorzubereiten.
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youtube education
Auf den Plattformen Youtube Edu oder iTunes U lassen sich alle von den Universitäten hochgeladenen Videos anschauen. Während bei Youtube in erster Linie amerikanische und englische Universitäten zu finden sind – vornweg die Stanford University und das Imperial College – bieten bei iTunes U bereits eine ganze Reihe deutscher Hochschulen ihre Videos an, etwa die Ludwig-Maximilians-Universität München oder die RWTH Aachen.