Zahnarzt, Hubschrauberpilot oder Altenpfleger: Lust an verschiedenen Arbeitsplätzen reinzuschnuppern? Möglich macht das die DASA — Deutschlands größte interaktive Ausstellung zum Thema Arbeit und Arbeitsschutz. Und das bei Arbeitswelten von gestern, heute und morgen. In der Ausstellung kommen alle Sinne zum Einsatz: so ist im Lärmtunnel hautnah zu erfahren, was ohrenbetäubend ist, die Stahlhalle veranschaulicht körperliche Schwerstarbeit und im Wirbelgang steht der eigene Rücken auf dem Prüfstand.
titelte heute morgen DIE WELT in einer Randnotiz. “Wie kann das sein?”
Ein Erklärungsversuch: Immer wieder begegnen mir Menschen zwischen Zwanzig und Dreißig, die mit großer Unlust und latenter Genervtheit reagieren, wenn das Thema Auschwitz zufällig auf den Tisch kommt. “Das hat mit uns doch nix zu tun”, “das wurde doch schon tausendmal durchgekaut seit der Schulzeit” oder “das Thema ist doch nun langsam wirklich erledigt” sind dann die harmlosen Statements. Aber bedeuten Zuweisungen wie “lange vergangen” und “aufgearbeitet” denn gleichzeitig “nicht mehr erinnerungswürdig”? Kann man Katastrophen schnell aufarbeiten, um sie dann noch schneller vergessen zu dürfen?
Ich denke mitnichten! Auschwitz war, ist und sollte auf Ewigkeit ein Symbol bleiben: “Symbol des Völkermords, ein Jahrtausendverbrechen mit über 6.000.000 Opfern – begangen von einem Volk, dass davor und danach kulturelle Höchstleistungen vollbracht hat (“vielleicht gerade deswegen” oder “obwohl” könnte man hier einfügen). Groteskerweiße führt allerdings der Wille zur Bewahrung der Erinnerung von Staat, Politik und einzelnen gesellschaftlichen Gruppen gerade dazu, dass sich die Jüngeren offensichtlich immer weniger dafür interessieren. Man könnte nun spekulieren, ob es tatsächlich an der Überrepräsentanz des Themas in Bildungseinrichtungen und Medien liegt, die teils Trotz befördert oder daran, dass die meisten nicht in der Lage sind, oder sein wollen, das Grauen zu verstehen.
An an dieser Stelle ließe sich noch viel schreiben über die Beweggründe für oder wider den Willen, das Geschehene zu vergessen. Ich denke, jeder sollte sich zumindest einmal im Leben etwas intensiver mit diesem Thema auseinandergesetzt haben, und versuchen zu verstehen was damals passierte. Vielleicht fühlt sich der ein oder andere junge Leser ja nun herausgefordert sich mit dem Synonym Auschwitz auseinanderzusetzen. Ob Trotzig oder mit Interesse, ist mir in diesem Fall egal!
NACHTRAG v. 27.01.2012
Ein bisschen stolz sind wir ja bezüglich unserer Themenwahl von gestern: Bei der heutigen Gedenkstunde des Bundestags zur Jahrestag der Auschwitzbefreiung sprach Marcel Reich-Ranicki. Wortgewaltig wie eh und je zielte seine Rede vorallem auf eines ab: Gegen das Vergessen!
Konzentrationslager Auschwitz: Schuhe vergaster Häftlinge, gesammelt zur Weiterverarbeitung.
Hauptschule, Ausbildung oder Studium – was ist eigentlich ein Bildungsabschluss wert? Seit 2008 werden eropäische Bildungsabschlüsse in einem Ranking, dem Europäischen Qualifikationsrahmen (EQR), bewertet. Das System hat acht Stufen, eine Acht ist besonders gut. Bewirbt sich ein Arbeitnehmer aus dem einen Land in einem anderen, kann ein Unternehmen mit einem Blick auf die Zahl schnell beurteilen, was der Kandidat kann und welche Qualifikation er hat. Bildungsabschglüsse werden also vergleichbar, vorausgesetzt, jedes Land bewertet erstmal für sich selbst seine Abschlüsse. In Deutschland ist das der Deutsche Qualifikationsrahmen, kurz DQR.
Runde 1: Im Oktober 2011 haben die Kultusminister folgende Einstufung beschlossen:
Stufe 1: Menschen ohne Ausbildung = Voraussetzung: Grundlegendes Allgemeinwissen und grundlegende Ferigkeiten in einem Arbeitsbereich, Ausführen einfacher Aufgaben unter direkter Anleitung
Stufe 2: Hauptschulabschluss = Vorraussetzung: Grundlegendes Faktenwissen für Routineaufgaben in einem Arbeitsbereich, Ausführen von Aufgaben unter Anleitung mit einem gewissen Maß an Selbstständigkeit
Stufe 3: Mittlere Reife = Vorraussetzungen: Kenntnisse von Fakten, Grundsätzen, Verfahren und allgemeinen Begriffen in einem Arbeitsbereich zur Erledigung von Aufgaben / Lösung von Problemen in Eigenverantwortung
Stufe 4: Berufsschulabschluss ??? = Voraussetzung: Breites Spektrum an Theorie- und Faktenwissen in einem Arbeitsbereich zur Lösungen von speziellen Problemen, selbständiges Arbeiten sowie Beaufsichtigung von Routinearbeiten
Stufe 5: Abitur ??? = Voraussetzung: Umfassendes, spezialisiertes Theorie- und Faktenwissen in einem Arbeitsbereich um kreative Lösungen für abstrakte Probleme zu erarbeiten, Leiten und Beaufsichtigen in Arbeits- oder Lernkontexten sowie Überprüfung und Entwicklung der eigenen Leistung und der Leistung anderer Personen
Stufe 6: Bachelor / Meister-Titel = Voraussetzungen: Fortgeschrittene Kenntnisse unter Einsatz eines kritischen Verständnisses von Theorien und Grundsätzen zur Lösung komplexer Probleme in einem spezialisierten Arbeits- oder Lernbereich, Leitung komplexer fachlicher oder beruflicher Tätigkeiten / Projekte und Übernahme von Verantwortung für die berufliche Entwicklung von Einzelpersonen und Gruppen
Stufe 7: Master an Hochschulen = Vorraussetzungen: Hoch spezialisiertes Wissen in einem Arbeitsbereich als Grundlage für innovative Denkansätze und/oder Forschung, Spezialisierte Problemlösungsfertigkeiten um neue Kenntnisse zu gewinnen und neue Verfahren zu entwickeln sowie um Wissen aus verschiedenen Bereichen zu integrieren; Leitung und Gestaltung komplexer, unvorhersehbarer Arbeits- oder Lernkontexte sowie Übernahme von Verantwortung für Beiträge zum Fachwissen und zur Berufspraxis
Stufe 8: Promotion = Voraussetzungen: Spitzenkenntnisse in einem Arbeitsbereich und an der Schnittstelle zwischen verschiedenen Bereichen zur Lösung zentraler Fragestellungen in den Bereichen Forschung und/oder Innovation; Fachliche Autorität, Innovationsfähigkeit, Selbstständigkeit, wissenschaftliche und berufliche Integrität und nachhaltiges Engagement bei der Entwicklung neuer Ideen oder Verfahren in führenden Arbeitsoder Lernkontexten
Über die Positionen der meisten Berufsabschlüsse und des Abiturs wird jedoch gestritten. Denn die Dualen Berufsausbildung gibt es nur bei uns in Deutschland. Kann sie überhaupt mit schulischen und akademischen Abschlüssen verglichen werden? Die Kultusminister haben das Abitur auf das fünfte Niveau gesetzt, die Berufsabschlüsse dagegen auf das dritte und vierte, nur einige wenige ebenfalls auf Stufe fünf. Die Arbeitgeber- und Arbeitnehmervertreter wie auch die Bundesregierung wollen dagegen das Abitur auf einer Ebene mit der abgeschlossenen Berufsausbildung sehen. Beides soll gleichwertig sein. Grund: Früher oder später, so befürchten die Gewerkschaften, könnte sich von der Einstufung eines Abschlusses ein ähnliches Gehaltsniveau ableiten, auch wenn vermieden werden soll, aus dem DQR Rechte und Pflichten zu transferieren.
Runde 2 in der Diskussion: Die Bildungsbeauftragte Anette Schavan (CDU) schlägt vor, dem französischen Beispiel zu folgen und die allgemeinbildenden Abschlüsse – in Deutschland also Hauptschulabschluss, Mittlere Reife und Abitur – ganz außen vor zu lassen. Doch ließe sich auch damit unsere einzigartige Duale Berufsausbildung besser einordnen?
Ein südamerikanischer Künstler dessen Wurzeln im Streetart liegen und der sich mittlerweile weltweiter Beliebtheit erfreut ist BLUBLU. Auf seiner Homepage finden sich eine Vielzahl beeindruckender Wand- und Videoproduktionen. Wer in den letzten Jahren unserer international so gehypten Hauptstadt einen Besuch abgestattet hat, erinnert sich vielleicht an seine ganze Häuserfronten einnehmenden Gemälden.
Dies ist eine Videoanimation des Künstlers in einer Art stop-motion-Technik. Auch nicht mehr ganz taufrisch das Video, aber absolut sehenswert. Man kann anhand der Länge des Videos erahnen wieviel Arbeit hier investiert wurde. Über den Künstler an sich, ähnlich Banksy, weiss man nicht wirklich viel bis garnichts. Ich dachte immer er sei Südamerikaner, habe nun gelesen es sei ein Franzose (ist an sich auch nicht wichtig, lasse mich aber trotzdem gerne belehren:-)
Das Twitter zu weitaus mehr zu gebrauchen ist, als den geistigen Ergüssen von A-, B- oder C- Promis zu folgen zeigt das folgende Beispiel: Basierend auf einem englischsprachigen Account findet man unter http://twitter.com/RealTimeWK2 mehrmals täglich spannende Tweets zum Thema 2. Weltkrieg.
“Der Zweite Weltkrieg, wie er an diesem Datum im Jahr 1939 passierte”, lautet denn auch die Beschreibung. Was zunächst etwas seltsam klingen mag ist wirklich sehr informativ. Gezwitschert werden hier nämlich zumeist lokale Begebenheiten, Alltägliches und natürlich auch militärische Informationen vom betreffenden Datum. Aber eben nur, und das liegt in der Natur der Sache, sehr knappe Informationen. Dies hat zur Folge das man anfängt anhand eines Anhaltspunktes selbst zu recherchieren und so ganz spielerisch neues zum Thema 2. Weltkrieg lernt. Oder hättet Ihr zum Beispiel dies hier gewusst: “16.Dezember: Völkerbund schließt Sowjetunion wegen der anhaltenden Agression und Nichteinhaltens von Abkommen bei der Invasion Finnlands aus.” Dazu sind die Tweets oftmals mit staatlich geförderten Geschichtsseiten wie dem British Pathé verlinkt, die weit über das Thema 2.WK hinaus fantastische Bilddokumente liefert.
Okay, ich gebe zu das man ein grundsätzliches Interesse an Geschichte mitbringen sollte um zum regelmäßigen Follower zu werden. Aber vielleicht eine schöne Idee für einen Geschichte-Leistungskurs: Jeder Schüler muss einen Tweet vorstellen und erläutern:-)