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Azubi verzweifelt gesucht!

August 17th, 2010 · Keine Kommentare

Nachdem sich der gefürchtete Fachkräftemangel immer weiter ausbreitet, scheint Deutschland nun auch die Azubis auszugehen. Vor allem mittelständische Unternehmen klagen darüber, das die “guten Bewerber” von namenhaften Großkonzernen ausgesiebt werden. Kleinere Unternehmen in ländlichen Gegenden müssen daher schon einiges bieten, um sich einen Teil der “Creme de la Creme” zu sichern. Und promt wird mit 1000-Euro Prämien wie in Erfurt oder schicken Auslandsaufenthalten wie in Ingoldstadt geködert.

Doch was ist das Problem? Klar, der Großkonzern ist auf den ersten Bilck für einen Bewerber attraktiver, da dort nicht nur ein eventuell besseres Gehalt herausspringt, sondern sich der Unternehmensname prima im Lebenslauf macht. Doch auch ein kleineres Unternehmen bietet Vorteile wie z.B. ein familiäreres Umfeld oder die Chance, schneller verantwortungsvole Aufgaben übertragen zu bekommen. Das kann also meiner Meinung nicht der Kern des Problems sein.

Nach Angaben des Wirtschaftsverbands DIHK blieb bereits im vergangenen Jahr bundesweit jeder fünfte Ausbildungsplatz unbesetzt. Und in den kommenden Jahren dürfte sich die Situation noch dramatisch verschärfen. Denn jedes Jahr geht die Zahl der Schulabgänger zurück. So haben aktuell knapp 580.000 Haupt- und Realschüler ihren Abschluss gemacht. In zehn Jahren verlassen nur noch 500.000 Jugendliche die Schule. Quelle: Spiegel

Klar – weniger Schulabgänger gleich weniger Bewerber. Aber warum bleiben dann so viele Lehrstellen unbesetzt, wenn Hauptschüler nach einer solchen verzweifelt suchen? Betrifft  also nur bestimmte Branchen der “Azubimangel”? Oder sind die Anforderungen in allen Lehrberufen so gewachsen, dass die Fähigkeiten eines durchschnittlichen bis guten Hauptschülers überschritten werden? Heißt das, dass generell nur noch seht gute Realschüler oder Abiturienten einen Ausbildungsplatz ergattern können – nach dem Motto “lieber gar keiner als ein Hauptschüler”?

Warum nicht also als mittelständisches Unternehmen Kooperationen mit regionalen Haupt- und Realschulen schließen und hier – wo wirklich Bedarf ist – fördern und das Interesse an bestimmten Berufen wecken? Dann würde man nicht nur nachhaltig etwas bewirken, sondern sich auch die teuren Prämien sparen. Und hat am Ende sogar motivierte Auszubildende, für die man die “erste Wahl” ist.

Tags: Allgemeines · Ausbildung · Wirtschaft

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