Letzte Woche hat mich ein Freund besucht, der vor Kurzem seinen Job als Controller in einem großen Konzern aufgegeben hat. Wir unterhalten uns über dies und das, bis die Frage auf seine Jobbemühungen kommt. Er bewerbe sich zwar für ähnliche Stellen, aber eigentlich, ja eigentlich möchte er Kindergärtner werden. Nicht mehr im Büro sitzen und Zahlen jonglieren, sondern etwas “Sinnvolles” tun; etwas das ihm Spaß macht. Auch in dem Bewusstsein, nicht mehr so viel zu verdienen. Klingt nach Rückschritt auf der Karriereleiter, bedeutet aber mehr Lebensqualität.
Das bewusste Wählen eines “einfacheren Lebens” wird als Downshifting bezeichnet. Im Vordergrund steht dabei der Gedanke, die Lebenszeit sinnvoller zu nutzen und Karrieren zu hinterfragen. Gründe dafür gibt es viele z.B. Stress oder der Wunsch nach einer gesunden Work-Life-Balance. Dabei kann Downshifting ein Sabatical, die Verkürzung der Arbeitszeit oder ein Jobwechsel sein. So wird zum Beispiel aus einer MTV-Pressesprecherin eine Herbergsmutter oder aus dem Manager ein Fritten-Buden-Besitzer. Und vielleicht bald aus einem Controller ein Kindergärtner. Ich finde es jedenfalls sehr mutig, sein Leben umzukrempeln und etwas neu zu lernen, wenn der alte Job einen unglücklich macht. Was haltet ihr davon?
Auch lesensert: Manager Magazin – Probier´s mal mit Gemütlichkeit



2 Antworten bis jetzt ↓
1 guenter_krass // Aug 10, 2009 at 16:07
Life-Work-Balance ist hier wieder das Stichwort. Wenn die nicht mehr stimmt sollte man den Mut haben etwas anders machen. Ich habe vor ein paar Wochen in einer Umfrage im TV gesehen wie jemand sagte: “Tja, kein Geld – kein Ansehen!” Genau das ist das Problem!
2 guenter_krass // Aug 18, 2009 at 14:19
Interesssanter Text aus der WIWO. Mit einem Sabbatical die Krise überspringen. http://www.wiwo.de/karriere/eine-auszeit-von-der-krise-405822/
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