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Etikettenschwindel der Hochschulen

Oktober 30th, 2009 · 1 Kommentar

Da wo University drauf steht, ist noch lange nicht Universität drin. Das Problem: Hochschulen (praxisorientiert) und Universitäten (forschungsorientiert, Promotionsrecht) weisen Unterschiede auf, die international vergleichbar gemacht werden sollen. So nennen sich Fachhochschulen, Beufsakademien und Duale Hochschulen einfach um, nämlich in “University of Applied Sciences”, “University of Cooperative Education” oder “Cooperative State University”. Sind diese Zusätze böswilliger Etikettenschwindel, um sich Wettbewerbsvorteile zu verschaffen und im Ausland zu suggerieren, es handele sich um eine “richtige” Universität? Das jedenfalls unterstellt die FAZ in einem recht aufbrausenden Artikel vom 15. Oktober (leider nicht online). Hier wird von vermeidlichen Universitäten gesprochen, die nicht größer als ein “besseres Gymnasium” sind, und von “universitätsfeindlicher Politik”.

Statt erwünschter Vielfalt nimmt der Etikettenschwindel in Gestalt terminologischer Streiche überall zu. Vor allem ausländische Bewerber werden getäuscht.

und

Das Publikum hat Anspruch auf zutreffende Information, welchen Typ Einrichtung es vor sich hat. Wenn eine Hochschule, die keine Universität ist, irreführend als “University” firmiert, sagt das weniger über die Einrichtung, in der sich Lehrende und Lernende immer redlich mühen, als über Bürokraten, die sich solche Phraseologien ausdenken.

Mmmh – eine interessante These, die ich aber nicht ganz unterschreiben kann. Denn immerhin heißen die Fachhochschulen nicht einfach “University”, sondern werden mit einem Zusatz versehen. Und außerdem – wie sonst sollte man es halbwegs gescheit übersetzten? Die einzigen Übersetzungen für Hochschule sind: school, college, academy und eben university.

Wie seht ihr das? Ich kann mich jedenfalls nicht darüber aufregen, höchstens über die Art, wie der Artikel verfasst wurde.

Tags: Allgemeines · Hochschule

1 Antwort bis jetzt ↓

  • 1 Harald // Nov 1, 2009 at 17:20

    Ich finde es schade, dass es immer noch solche Diskussionen und ein Bedürfnis für eine solch starke Unterscheidung gibt. Ist denn die Ausbildung für den Arbeitsmarkt von einer Hochschule gleich schlechter?
    Gerade durch die praxisorientierte Lehre haben es diese Berufseinsteiger wesentlich einfacher in einem Unternehmen Fuß zu fassen. Hochschulen haben eine paxisbezogene Nische besetzt und die die Universitäten so nicht abdecken können.
    Leider sehen viele Befürworter der Universitäten diese auf einem “gloreichen und hohen Ross”, dass ihr nicht immer gerechtfertigt ist. Die Lehrsäle sind überfüllt, die Ausstattung manchmal mies und die Lehre oft zu weit von der Anwendung entfernt. Das trifft zwar auch auf so manche Hochschule zu, jedoch ist es eher bei den Unis zu finden. So zumindest meine bisherige Erfahrung von dem Hochschulstudium zum Unistudium.

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