“Oh je, oh je. Zu spät, zu spät” – mit diesen Worten hetzt das weiße Kaninchen aus Alice im Wunderland durch die Welt der roten Königin. Ähnlich unter Druck der Zeit stehen mitlerweile Schüler und Studenten in Deutschland. Ist das Generation-Bildung?
Schon im Kindergarten werden immer öfter Themen aus der Vor- und Grundschule behandelt. Das Kind soll ja später was werden – ein Manager vielleicht. Oder Facharzt. Von der Grundschule bis hin zum Zentralabitur wird der Schüler in 12 Jahren geschleust. Knallharter Lernstoff und ein voller Studenplan inklusive, dazu wenig Spielraum für eigene Interessen wie Musik oder Sport.
Auch der Student kann sich kein Laissez-faire mehr leisten. Mit dem Bachelor ist die Studienzeit auf 6 Semester verkürzt, der schulische Lernplan lässt wenig Zeit für Engagement jenseits der Vorlesung. Hauptsache schnell die nötige Bildung erlangen und auf dem Arbeitsmarkt aufschlagen. Funktionieren oder Bildung – was steht dabei im Vordergrund? Denn für praktische Erfahrungen in Betrieben oder Auslandssemester bleibt immer weniger Zeit. Auch der Antrieb ist ein anderer. Man absolviert eben ein Praktikum in einem bestimmten Unternehmen, weil es “sich gut im Lebenslauf” macht. Oder man würde eigentlich lieber aus Interesse im Unternehmen X jobben, aber der Konzern Y zahlt besser. Reisen, die Welt kennen lernen, sich politisch engagieren, feiern, spät aufstehen – diese Studentenklischees scheinen bald der Vergangenheit anzugehören. Ein Bildungsweg, der kein Schauen nach rechts und links mehr zulässt? Zeit und Geld scheinen dafür jedenfalls zu fehlen.
Ist das Bildung? Lernen, was man in Schule und Hochschule beigebracht bekommt? Wikipedia schreibt: Bildung bezeichnet die Formung des Menschen im Hinblick auf sein Menschsein. Verstanden wird es heutzutage jedoch meist als Bildung im Sinne des Bildungssystems. Heißt das, dass ein Abiturient oder ein Hochschulabsolvent automatisch gebildet ist? Und ist das Generation-Bildung?
Für uns, die wir dieses Blog schreiben, ist Bildung ein fortlaufender, nicht endender Prozess, der uns als Menschen formt – eine Mischung aus Wissen, Motivation und Erfahrung.
Mit diesem Blog möchten wir für das Thema Bildung kämpfen. Zusammen mit euch, der Generation-Bildung: wissensdurstige Menschen, die den Mut haben, Fragen zu stellen. Nicht locker zu lassen wie kleine Kinder. Und sich mit dem Willen und der Freude zu Lernen stetig weiterentwickeln. Jeder kann, unabhängig von sozialem Hintergrund, Ausbildung oder Alter, ein Teil der Generation-Bildung sein.



3 Antworten bis jetzt ↓
1 Jochen // Aug 3, 2009 at 17:41
Generation Bildung? Super Idee. Wünsche euch einen guten Start!
2 Benno // Aug 3, 2009 at 23:07
Habe über euch gebloged:
Ein freundlicher Lese-Hinweis an meine LeserInnen
Durchs Bildungssystem wie Vieh geschleust?
http://direkteaktion.over-blog.de/categorie-10852211.html
3 Ronaldo // Aug 4, 2009 at 11:45
Danke für die Initiative! Früher sprach man von dem Generationenvertrag, wenn es um die Rente ging. Die arbeiteneden Menschen haben von ihrem Gehalt das Geld abgezogen bekommen, das die Rentner zu dem Zeitpunkt erhalten haben. Das das System “krankt” wird an anderen Stellen zu recht diskutiert. Für mich war Bildung bis vor ein paar Jahren wieder ein Thema, als mein Sohn in die Schule kam. Jetzt sprechen wir vom lebenslangen Lernen (nicht zuletzt auch zur Verhinderung/Verzögerung der Altersdemenz) und eigentlich müsste es daher “GenerationEN-Bildung” heißen: Jeder lernt nicht nur vor dem Berufsbeginn, sondern auch in durch Weiterbildung Mittlerweile haben Unternehmen das umfangreiche Know-how ihrer älteren Mitarbeiter “entdeckt” und der Wissentransfer wird zunehmend in beide Richtungen organisiert. Denn auch die erfahrenen Kollegen “vertragen” Anregungen und neue Ideen der jungen Generation. Hoffentlich bleibt uns der reine Transfer von Wissen und das Auswendiglernen wie in Asien erspart. Viele Unternehmen dort schauen schon nach Europa und wollen die Ansätze der praxisbezogenen Ausbildung “kopieren” (ja das kennen wir schon aus der Wirtschaft). Die Diskussion Bachelor oder klassisches Hochschulstudium werde ich verfolgen. Langfristig wird es, zumindest in Deutschland, wahrscheinlich beides geben. Toutes a son fasson – Jeder wie es ihm beliebt. Viel Erfolg mit dem Blog.
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