Auch in Fantasy-Romanen gibt es Schulen und Universitäten. Hier werden die Kinder zu wahren Magiern, Kriegern und Helden ausgebildet. Oft ist die Rede von Internaten oder Akademien. Quasi eine Rund-um-die-Uhr-Betreuung. Und manchmal sind die Ideen der Autoren nicht mal schlecht, faszinierend oder sogar revolutionär. Nein, ich möchte hier nicht über Harry Potter und Hogwarts reden. Dort ist die Ausbildung inklusive Unterkunft und Essen umsonst – also in der Realität ein reiner Wunschtraum. Anders dagegen im Fantasyroman “Der Name des Windes” von Partrick Rothfuss. Dort müssen die Studenten der Universität der Arkanen-Künste Studiengebühren bezahlen. Unfair, für die, die nicht aus einer Familie mit dem nötigen Geld kommen? Nein, nicht ganz, denn hier bezahlt nicht jeder den gleichen Betrag.
Alle Studenten müssen sich am Anfang des Studiums sowie nach jedem Trimester einer Prüfung in den verschiedenen Studengängen und Fachgebieten wie Mathematik, Sprachen oder Chemie unterziehen. Die Höhe der Studiengebühren richtet sich demnach, wie gut oder schlecht der Prüfling abschneidet. Und so werden die interessierten, intelligenten und fleißigen Studenten niedriger in dem Gebührenranking eingestuft, während die faulen und weniger talentierten mehr in die Tasche greifen müssen. Im Roman schneidet Kvothe, der Held und Erzähler der Story, bei der Einstufung so gut ab, dass er sogar eine Art Stipendium bekommt.
Natürlich muss jeder Student durch dieses Prüf-Gebühren-System unter sehr hohem Druck studieren und nebenbei noch den Lebensunterhalt finanzieren. Das ist auch für schlaue Köpfe aus einer Mittelstandsfamilie nicht einfach. Dafür bittet das System andersrum die faulen aber betuchteren mehr zur Kasse. Diese sind vielleicht nicht besonders geeignet, können es sich aber leisten und finanzieren so das Studium der anderen mit. Ich finde, das ist ein sehr interessanter Ansatz. Was haltet ihr davon? Kennt ihr vielleicht noch andere Ideen aus Romanen?



2 Antworten bis jetzt ↓
1 Harald // Aug 6, 2009 at 12:03
Ich finde den Ansatz ganz interessant. Mir kam dennoch zuerst das Bafög ins Gedächtniss, dass versucht die finanziell besser dargestellten Studierenden nicht oder weniger zu unterstützen, dennoch gibt es viele reiche Familien, die mit steuerlichen Tricks Bafög für ihre Kinder bekommen können.
Dennoch ist es interessant je nach Studienleistung zur Kasse zu bitten. Jedoch stellt sich mir die Frage, was will die Gesellschaft wirklich (auch im Lichte von Bachelor und Master)? Schnelle oder gute Studierenden? Dabei meine ich mit guten Studierende auch noch Absolventen die neben den nötigen Fachwissen, den exzellenten Noten und Praktikas auch noch viele Softskills mitbringen. Wo ist da wirklich die Fiction? Im Roman oder im wirklichen Leben?
http://www.nemendafelog.hi.is/gaia
2 Maria_Monte // Aug 6, 2009 at 12:42
Gute Frage. Ich denke, es ist auch nochmal ein Unterschied, was die Wirtschaft und was die Gesellschaft will. Davon abgesehen sollte jeder Student nach seinen Bedürfnissen ein Studium durchziehen können und dürfen. Einige konzentrieren sich ja auf das Nötige, andere haben Nebenfächer und sonstige Interesse. Schwierige Sache.
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