Habe heute zwei Lernideen gefunden, die mich sehr begeistert haben.
Zum einen ist das der Verein “Gemeinsam Leben lernen” aus München, über dem im neuen Hochschulanzeiger berichtet wurde. Die Idee: Studenten leben gemeinsam mit geistig behinderten Menschen. Mittlerweile gitb es vier solcher Wohnungen in München – immer wohnen 5 Behinderte und 4 Studenten in einer 200 qm Wohnung. Die Bewohner sind zwischen 21 und 37 Jahre.
Das Schöne – beide Seiten haben etwas von dieser doch unüblichen Gemeinschaft. Die Behinderten lernen ihr Leben selbständig zu gestalten. So gehen alle in einer Behindertenwerkstatt arbeiten und unternehmen in ihrer Freizeit viel mit den Mitbewohnern. Es wird zusammen gekocht, ins Kino gegangen, ferngesehen und einmal im Jahr fahren alle in den Urlaub. Mitten im Leben, also. Für die Studenten ist das Wohnen kostenlos. Sie lernen Verantwortung zu übernehmen, denn jeder muss einmal in der Woche Morgens, Nachts und Abends für die behinderten Mitbewohner da sein. Zusätzlich werden sie aber von einem pädagogischen Leiter, einem Zivi und einer Reinigungskraft unterstützt.
Und auch Erich Welschehold, „Lehrer des Jahres 2009“, hatte eine super Lernidee. Seit 2002 leitet der Lehrer für Physik den außerschulischen Lernort „Bildung für Technik und Natur“ in Wilhelmshaven. Dort können sich Schüler von der 1. bis zur 11. Klasse spielerisch mit Fragen unter anderem zum Küstenschutz, zu regenerativen Energien, zum Verkehr und zu neuen Technologien beschäftigen. Sie bauen zum Beispiel elektrische Ampelschaltungen oder Windmesser aus Papier. Dadurch könnten sowohl Förderschüler als auch Hochbegabte ihren Forschungsdrang ausleben und miteinander lernen.



1 Antwort bis jetzt ↓
1 ariane_bunde // Nov 27, 2009 at 01:02
Über Programme wie gemeinsam leben lernen wird in letzter Zeit sehr viel berichtet. Ich finde das toll, denn gerade Sozialkompetenz und Verantwortung übernehmen kommt in der heutigen Gesellschaft, wo sich alles um Leitung dreht, viel zu kurz. In meiner Schulzeit habe ich oft in einem Behindertenwohnheim ausgeholfen und die Erfahrungen, die ich dort gemacht habe, werde ich wohl nie vergessen und keinesfalls missen wollen. Sie haben mir eine ganz neue Sicht eröffnet. Auch wenn es manches Mal sicher eine Herausforderung ist, man kann nur profitieren – menschlich gesehen.
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