… welches Bildungssystem ist das beste im Land? Und welches Bildungssystem trägt am meisten zum Wirtschaftswachstum bei? Die Antwort darauf liefert das Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW) mit der Ländervergleichsstudie “Bildungsmonitor“, die seit 2004 im Auftrag der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) vom IW erstellt wird. Die Zahlen kommen von verschiedenen statistischen Einrichtungen wie beispielsweise den Statistischen Landesämtern und werden in Punkte umgerechnet. Der Fokus liegt dabei auf der Leistungsfähigkeit aller 16 Bundesländer in den Bereichen Kindergarten, Schule, Lehre und Hochschule.

BIldungsmonitor 2009 - Sachsen vorn
Und wer hat nun das beste Bildunssystem im Lande? Bayern war 2004 der Sieger. Doch diesmal ist Sachsen um einiges besser. Auf Platz 2 Thüringen, dicht gefolgt von Bayern. Dies zeigt, dass “ärmere” Bundesländer mit einem niedrigen Bruttoinlandsprodukt pro Kopf den “reicheren” bei den gesetzten Rahmenbedingungen für einen größeren Bildungserfolg in nichts nachstehen. Die Studie stellt außerdem fest, dass trotz angespannter öffentlicher Haushalte in den Bundesländern die Bildungsausgaben über alle Länder hinweg nach und nach angestiegen sind. Insgesamt haben sich alle Bundesländer gegenüber den Ergebnissen im ersten Bildungsmonitor 2004 gesteigert. Das lässt sich am Beispiel von Berlin ablesen. Der Stadtstaat kommt in der aktuellen Studie auf den letzten Platz, im Vergleich zu 2004 würde Berlin das Bayern-Ergebnis übertreffen. Die Unterschiede zwischen den Bundesländern sind insgesamt gesehen sehr groß.
Was heißt das jetzt genau? Sollte man in Berlin lieber nicht zur Schule gehen? Was machen die Sachsen anders?
Thüringen und Sachsen sind die “Ingenieurschmieden” des Landes. Sie weisen eine relativ hohe Schulqualität und Erfolge bei der Vermeidung von Bildungsarmut auf. Baden-Württemberg und Bayern bieten vor allem Startchancen für einen erfolgreichen Übergang der Jugendlichen in den Arbeitsmarkt. Bildung genießt hier im Ausgabeverhalten der öffentlichen Hand einen hohen Stellenwert. Während Baden-Württemberg bei der Akademisierung zu den Ländern in der Spitzengruppe zählt, bleibt es im Handlungsfeld Integration hinter Sachsen deutlich zurück. Die Stadtstaaten Berlin und Bremen weisen die Gemeinsamkeit auf, dass sie als Hochschulstandort attraktiv sind. Während Berlin jedoch deutlich günstigere Betreuungsbedingungen vorzuweisen hat, profitiert Bremen von seinem Gewicht als regionales Wirtschaftszentrum in Sachen beruflicher Bildung. Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg sind in diesem Bereich dagegen eher unterdurchschnittlich. Dagegen ist die Ausbildungsleistung im MINT-Bereich vor allem in Bezug auf den eigenen Bedarf gut.
Angaben zu den einzelnen Ländern findet ihr hier.
Das heißt, einige Bundesländer haben besondere Stärken, einige Schwächen, während der Rest keine Besonderheiten aufweist. Gleichheit fehlanzeige. Wenn man nichts gegen Umziehen hat, kann man sich quasi – je nach seinen eigenen Ansprüchen – die Rosinen rauspicken. Aber einen Wehrmutstropfen in der föderalistischen Bildungswettbewerb gibt es: Im Durchschnitt aller Länder ist die Quote der Studienberechtigten von rund 38 Prozent im Jahr 2002 auf über 44 Prozent im Jahr 2007 deutlich gestiegen.
Was haltet ihr von der Studie und dem Leistungswettbewerb?



1 Antwort bis jetzt ↓
1 Deutsches Bildungssystem veraltet // Aug 25, 2009 at 10:51
[...] Artikel Spieglein, Spieglein an der Wand… berichteten wir vergangene Woche über den neu heraus gekommenen “Bildungsmonitor 2009“. Das [...]
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