Während junge Leute aus dem Osten sich auch an Westdeutschen Unis einschreiben (5 %), funktioniert das ganz nicht umgekehrt (4 %). Viele Studenten aus den alten Bundesländern scheinen den Osten Deutschlands zu meiden, jedenfalls wollen sie nicht dort studieren. Und das obwohl Ost-Unis einige Vorteile bieten, zum Beispiel weniger überfüllte Hörsäle, nicht vorhandene Studiengebühren und preiswerte Wohnungsmieten. Eine Studie des Centrums für Hochschulentwicklung (CHE) macht vor allem hochschulexterne Faktoren als Gründe aus. Denn das Image der Ost-Hochschulen ist gut, beim Drumherum stimmt es allerdings nicht. Vor allem das Image der Standorte ist ausschlaggebend: hier wird vor allem eine hohe Ausländerfeindlichkeit als abschreckend empfunden, aber auch die Entfernung zum Heimatort spielt eine Rolle.
Da gerade die regionale Identität wie auch das Image der neuen Länder vielmehr eine gesellschaftliche als hochschulspezifische Problematik darstellen, sollten die Problematik über die Hochschulebene hinaus, auch auf Bundes- oder Landesebene stärker thematisiert werden. So erscheint empfehlenswert, die Hochschul- und Länderkommunikation stärker zu integrieren, auch wenn dies mit bisherigen Länderkampagnen der Wissenschaftsministerien schon ansatzweise berücksichtigt wurde. Die regionale Identität wurde in bisherigen Maßnahmen kaum beachtet.
Die Studie gibt des weiteren Empfehlungen für eine zielgruppengerechte Kommunikation, um Vorzüge der Hochschulen zu vermitteln. So muss der “Durchschnitts-Studieninteressierte mit indifferenter Einstellung (26%”) mit Informationen gefüttert werden, um seine Unsicherheiten zu entkräften. Der “Kostenbewusste, informierte Osthochschul-Fan (14%)” muss lediglich motiviert werden, während der “Sesshafte Westdeutsche mit starker regionaler Identität (39%)” Mobilitätsanreize und einen emotionalen Bezug zum Hochschulstandort braucht. Der “Westdeutsche mit Ost-Aversion (21%)” ist dabei kaum zu überzeugen, da hier erst emotionale Hürden überwunden und das Image der neuen ändern verbessert werden muss.



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