Seit März diesen Jahres sammle ich in meinen Bloglines Informationen rund um das Thema Bildung. Viele meiner gesammelten Beiträge beinhalten immer die selben Phrasen.
„Die Generation Praktikum ist zurück“
„Nur ein Drittel der 18- bis 34-Jährigen findet nach der Ausbildung oder dem Studium nahtlos einen regulären Job.“
„51 Prozent der Praktika, die Berufseinsteiger machen, sind unbezahlt. Aber über 80 Prozent von ihnen wurden mehr als die Hälfte der Zeit als normale Arbeitskraft eingesetzt.“
„Wer eine feste Stelle findet, kann heute froh sein – muss aber deutliche Kompromisse einkalkulieren.“
Spiegel Überschrift: „Jung, gut ausgebildet, chancenlos“ oder „Was Krisenkindern Angst macht“
Dazu kann ich nur sagen: „Ich kann das Gejammer nicht mehr hören!“ Anstatt dem Traumjob und utopischen Einstiegsgehältern nachzuweinen, sollte man positiv nach Vorne schauen und vor allem flexibel sein. Wer im Eiltempo durch ein theoretisches Studium jagt, sollte meiner Meinung nach froh sein, durch ein praxisorientiertes Praktikum Berufserfahrung sammeln zu können. Wir befinden uns nicht nur in der größten Wirtschaftskrise dieses Jahrtausends, sondern auch im Darwin Jahr.
„Survival of the Fittest“ bedeutet im Sinne der Darwinschen Evolutionstheorie das Überleben der bestangepassten Individuen.



10 Antworten bis jetzt ↓
1 Maria_Monte // Aug 10, 2009 at 16:01
“Krisenkinder” hört sich auch irgendwie an wie “Kriegskinder” und man denkt an arme, ausgehungerte und in Lumpen gekleidete Menschen. Ist schon sehr übertrieben. Vor allem, wenn heutzutage die Erwartungen an den Berufseinstieg (Gehalt, Stellung) sehr hoch gesteckt sind. Mit dem 08/15 BWL-Abschluss kommt man eben nicht mehr weit. Praxiserfahrungen und ein interessantes Profil sind gefragt. Also – Pipi aus den Augen wischen und handeln anstatt zu jammern.
2 Arno // Aug 10, 2009 at 16:03
Kinder der Krise. Ja, wir haben es echt schwer: Rolli Wolli beschattet uns mit seinen Stasi-Methoden, Sascha Lobo nervt einfach nur und die gute Wirtschaft macht einen auf Einbruch.
Es gab schon bessere Zeiten am Standort D, okay! Aber global gesehen leben wir in Deutschland/Europa doch elitär, verwöhnt und abgeschottet von den wahren Problemen unserer Zeit.
3 Katja // Aug 11, 2009 at 11:25
Ich bekomme eine “Krise”, wenn ich in den meisten Online-Medien immer wieder dieselben Schlagzeilen nur umformuliert lese – Generation…Wir Kinder der Krise…Dankbares Thema für Medien, die jeden Tag aktuellen Inhalt produzieren müssen. Aber ist das nicht alles ein wenig herbeigeredet, um eine heiße Diskussion anzuzetteln, die im Sande verläuft?
Wenn mir ständig jemand suggeriert, wir hätten eine derartige Krise, dann glaub ich daran und richte mein Leben danach. Letztlich kann ich selbst nur was ändern. Ich halte nicht viel davon, immer wie ein Segel nach dem Wind eine “generation…” auszurufen, weil man dann im kollektiven Schutz versinken kann und sich einfach nur watteweich gebettet und sicher fühlt, wenn man sich in eine Strömung einordnet. Plattitüde Gesellschaftszuschreibungen engen ein und sorgen nicht für Kreativität, sondern vergessen all jene, die es anders machen, die den eigenen Weg gehen, auch wenn der nich populär ist.
Ja, Praktika sind eine gute Möglichkeit, was zu tun und zu lernen und ja, man hat auch die Möglichkeit sich nicht ausbeuten zu lassen. Mein Leben bestimme ich allein – kein bestimmter Trend. Wer ist denn diese Wir bei den Krisenkinder?
Schluß mit dem Verstecken in der “Generation Praktikum”! Ich bin kein Krisenkind und wenn ich Probleme habe, löse ich sie. Und du kannst das auch!
4 guenter_krass // Aug 11, 2009 at 12:38
@Katja: So siehts aus!
5 guenter_krass // Aug 18, 2009 at 10:57
Dazu: Sebastian Christ (28), Online-Journalist (stern.de) und Axel-Springer-Preisträger 2009, erzählt in seinem Debüt- Roman “…und wünschen Ihnen für die Zukunft alles Gute! – Ein Leben als Praktikant” die Geschichte eines Praktikantenlebens aus der Sicht des 25-Jährigen Protagonisten Jan Hesse.
http://www.praktikumsfuehrer.de/2009/08/14/der-roman-fur-die-generation-praktikum/
6 shibumi // Aug 19, 2009 at 08:13
ich kann das gejammer auch nicht mehr hören. jeder soll das machen, was er kriegen kann. wenn die zeiten schlecht sind, dann sind es zum einstieg nicht so anspruchsvolle jobs. was solls.
7 lk.. // Aug 26, 2009 at 10:05
Ich habe auch immer gadacht, dass mich die Weltwirtschafts-, Finanzmarkt oder Bankenkrise (wie auch immer) auf keinen Fall betreffen würde. Ich bin ja Student und dränge in absehbarer Zeit noch nicht auf den Arbeitsmarkt.
Vor einiger Zeit hatte ich mich um einen Studienplatz in Los Angeles beworben und erhielt auch eine Zusage für das nächste Semester.
Vor wenigen Wochen dann die E-Mail aus den USA: alle Austauschstudienplätze werden ab sofort gestrichen, die Uni müsse mehrere Millionen Euro einsparen – Kalifornien stand vor dem finanziellen Kollaps.
Und so hat auch mich die Krise erwischt, zwar nicht besonders dramatisch – aber immerhin.
Andere werden durchaus härter von den Auswirkungen getroffen:
eine Bekannte hatte eine Zusage für die Diplomarbeit bei einem Automobilbauer – diese wurde abgesagt, Grund sei die Finanzkrise.
Gesunde Mittelständler vergeben in den Semesterferien keine Studentenjobs mehr (selbst an ehemalige Azubis nicht, die eine feste Zusage hatten).
8 guenter_krass // Aug 26, 2009 at 10:50
Das die Krise existiert will ich ja auch gar nicht abstreiten. Mir geht es darum nach vorne zu schauen.
Du hast den Studienplatz nicht bekommen, deine Bekannte eine Absage für die Diplomarbeit. Das ist natürlich keine schöne Sache, aber man kann es nicht ändern, sondern muss einen anderen Weg finden.
Dann zu den Studentenjobs. Ich glaube nicht, dass es im Moment “gesunde Mittelständler” gibt. Natürlich stehen nicht alle vor dem Bankrott, aber in Zeiten von Kurzarbeit würde ich mir als Personaler auch schwer tun intern zu erklären, warum ein Student einen Job bekommt, wenn ich meine Festangestellten zwei, drei Tage die Woche nach Hause schicken muss.
9 Ariane_Bunde // Aug 26, 2009 at 12:19
Ja, Leute, stimmt, es ist alles schlimm im Moment. Aber auch JA, es geht wieder vorbei. Und statt zu jammern, sollten wir uns überlegen, wie wir die Krise am besten für uns nutzen können. Meine Antwort auf diese Frage: In Bildung investieren! Und zwar nicht nur wir, die jung, dynamisch und frustriert unsere Chancen auf dem Arbeitsmarkt suchen müssen, sondern auch die Unternehmen soweit sie können. Pimp my Lebenslauf ist angesagt für die, die jetzt mit dem Studium fertig werden. Warum nicht noch gleich einen Master draufsetzen, warum nicht mal über den Tellerrand hinausschauen und an einer summer school oder einem Stipendiatenprogramm etc. teilnehmen. Da gibt es im Moment so tolle Angebote, bei den man mal zeigen kann, was in einem steckt und on Top gibts meistens noch die Chance, in Netzwerke reinzukommen und Kontakte zu knüpfen. Hat ja auch noch keinem geschadet!
)
Und was die angeht, die schon im Berufsleben angekommen sind: jetzt ist die Zeit zum Weiterbilden. Nutzt die Kurzarbeit, nutzt die Zeit, in der Ihr jetzt erstmal nicht befördert werdet, weil kein Geld da ist. Euer Arbeitgeber wird es Euch danken…und Euch vielleicht sogar dabei unterstützen! (und wenn nicht der Arbeitgeber, dann gehts auch über die Steuer
10 lk.. // Aug 27, 2009 at 13:31
@ guenter_krass: Du hast völlig recht, den Kopf in den Sand zu stecken ist sicherlich die vollkommen falsche Reaktion …
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