Mobile learning mit “Mobile Web”

Themenwoche „Digitales Klassenzimmer – der Einsatz von neuen Medien im Schulunterricht“
Gastbeitrag von Andreas Hofer vom glearningblog

Seit über einem Jahr setzte ich Smartphones im Unterricht ein und da die Verbreitung unter den Schüler/Innen mittlerweile bei fast 100% liegt, wird deren Einsatz in Zukunft im Unterricht wahrscheinlich stark zunehmen. Meine ersten Schritte ins „mobile learning“ bestanden dabei zunächst darin, nächtelang nach geeigneten Apps im Android Market und auf iTunes zu suchen. Das erste Problem war dabei immer Apps für beide Systeme (Android und iOS) zu finden. Ein weiteres Problem war, dass mir die Inhalte oft nur teilweise zusagten, bzw. ab einer gewissen Altersstufe (Oberstufe) kaum brauchbare Apps vorhanden waren.
Nach diesem eher frustrierenden ersten Versuch gab ich es auf nach Apps zu suchen und wandte mich verschiedenen Möglichkeiten zu Inhalte über mobile Versionen des Webs zu übertragen. Meine erste Wahl fiel auf Moodle und ich installierte ein geeignetes Plug-In, dass eine „mobile friendly“ Version der Moodle Seiten erstellt. Mit diesem Plug-In konnte ich kurze Texte, Quiz, Listening Comprehension, Vokabeln, Abstimmungen u.ä. kurze Aktivitäten auf die Smartphones der Schüler zaubern. Im Bereich Podcasting (Audio und Video) fand das Plug-In ebenfalls regen Einsatz.

Da das Plug-In aber nicht ganz technisch ausgereift war und ich auch Lösungen für Klassen suchte, die nicht auf Moodle registriert waren, wandte ich mich dem Web 2.0 und Cloud Computing zu. Mittels (HTML5) Website + mobilen Template (Blog, Google Sites, etc.) + QR Code ist es möglich nahezu alle möglichen Arten von Inhalten (Texte, Audio, Video, Karten, URL, etc.) innerhalb kürzester Zeit an Smartphones weiterzugeben. Umgekehrt kann man mithilfe des Web 2.0 auch sofort Inhalte von den Smartphones absammeln. Viele dieser Dienste bieten sogar die Möglichkeit des „Postings“ via eMail (Adresse kann ebenfalls rasch per QR-Code weitergeben werden), womit sogar die Anmeldung beim Webdienst seitens der Schüler/Innen entfällt.

Da viele Web 2.0 auf Flash basieren, lässt es sich manchmal nicht vermeiden, doch eine App zu installieren. Ein Beispiel wäre Podcasting mit Audioboo, einem Web 2.0 Dienst mit Apps für alle gängigen mobilen Betriebssysteme. Damit lassen sich bequem Podcasts aufnehmen und unmittelbar im Web (inklusive RSS Feed) speichern. Vielen der besten und populärsten Apps sind eigentlich kaum mehr als Web-Clients, die eine user-freundlichere Bedienung bieten als der Browser: Evernote, Dropbox, Google Maps, Gmail & Google Kalender, YouTube, Facebook und andere Social Networks wie Twitter, um nur einige der bekanntesten Apps zu nennen. Eine weitere Möglichkeit das oben genannte App-Problem zu lösen, ist die Verwendung von „generischen Apps“ (z.B. Vokabeltrainer, E-Book Reader, RSS Reader) und offene Formate für den Austausch zu verwenden. D.h. Vokabel werden einfach via CSV Format in den Trainer importiert, wobei es dann keine Rolle spielt, welche App konkret verwendet wird, solange es Support für das Importformat gibt. Analoges gilt natürlich auch für eBooks im epub Format oder diversen RSS Feeds mit RSS Readern.

Abschließend möchte ich noch kurz zwei mobile Projekte mit Schülern vorstellen. Beim ersten Projekt handelt es sich um ein mobiles multimediales Kochbuch, das mit Blogger – generiert automatisch eine mobile Seite – erstellt wurde. Die Fotos und Videos dafür konnten alternativ mit Smartphones oder Kameras aufgenommen werden und wurden auf Picasa und YouTube gepostet und in Blogger eingebettet. Das zweite Projekt ist ein mobiler Stadtführer, bei dem die Schüler eine Google Site mit mobilen Template mit den Sehenswürdigkeiten ihrer Stadt gestalteten. Bei den einzelnen Sehenswürdigkeiten wurden dann Tafeln mit QR-Codes aufgestellt, mittels derer Touristen sofort Zugriff auf die Inhalte der Website haben.

Anmerkung von generation-bildung: Andreas Hofer ist Englischlehrer an einem Gymnasium und betreibt den Blog: glearningblog.blogspot.de.

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