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Handwerk schaut nach Osten

Juni 9th, 2010 · Keine Kommentare

Um in Ostdeutschland dem Mangel an Bewerbern für Ausbildungsplätze entgegen zu wirken, empfiehlt das Deutsche Handwerk den Unternehmen, den Blick verstärkt nach Osteuropa zu richten.

Ab 2011 wird es durch die Arbeitnehmerfreizügigkeit möglich sein, auch Jugendliche aus EU-Beitrittsländern auszubilden. In Cottbus, zum Beispiel, wird ab 2011 ein Intensivkurs polnische Jugendliche auf eine Berufsausbildung im deutschen Handwerk vorbereiten.

Grund für den Bewerbermangel ist der Rückgang der Schulabgänger in Ostdeutschland, der im Zeitraum zwischen 2003 und 2011 um 115.000 Schüler sinken wird. Im Jahr 2009 blieben in Ostdeutschland 1400 Ausbildungsplätze unbesetzt. Das Ziel für dieses Jahr ist es, diese Zahl unter die 1000er-Grenze zu bringen.

An sich eine tolle Idee, besonders für die ausländischen Jugendlichen und die Völkerfreundschaft, aber dem Fachkräftemangel damit entgegenzuwirken, halte ich für nicht haltbar. Es muss schließlich auch davon ausgegangen werden, dass nach der Ausbildung die Ausgebildeten dann wieder in ihre Heimatländer gehen. Damit wäre Deutschland auf lange Sicht nicht geholfen, zumal die Azubis ja auch nicht als Fachkräfte bezeichnet werden können. So richtig überzeugt diese Idee also nicht.

Ein anderer Punkt, der doch immer wieder regelmäßig in dieser Debatte auftaucht, ist, dass viele Bewerber einfach nicht qualifiziert genug für die Ausbildungsstellen sind – fachlich sowie in Bezug auf ihre soziale Kompetenz. Bleibt dann wieder die Frage, wer dafür zu belangen ist und ob es nicht doch die Möglichkeit gibt, die Azubi-Stellen erstmal mit deutschen Jugendlichen zu füllen. Und wenn es im Osten zu wenige gibt, dann lohnt sich vielleicht ein Blick nach Westdeutschland?

Tags: Ausbildung · Wirtschaft

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