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Schulfächer in der DDR

November 9th, 2009 · 3 Kommentare

20 Jahre Deutsche Einheit Special

Quelle: spiegel.de

Quelle: spiegel.de

1. – 4. Jahrgangsstufe
Der Deutsch-Unterricht war in vier einzelne Fächer unterteilt: Lesen, Schreiben, Rechtschreibung und Grammatik, sowie mündlicher und schriftlicher Ausdruck. Aufgrund dieser Aufteilung wurde Deutsch ungefähr doppelt so häufig unterrichtet wie es heute der Fall ist. Außerdem gab es Heimatkunde, Mathematik, Werkunterricht (oder Nadelarbeit), Schulgartenunterricht, Zeichnen, Musik und Sport.

5. – 6. Jahrgangsstufe

Ab der 5. Klasse nannte sich der Deutschunterricht „Deutsche Sprache und Literatur“ und wurde in Literatur, Rechtschreibung und Grammatik, sowie mündlichen und schriftlichen Ausdruck unterteilt. Als neue Fächer kamen Russisch, Physik, Biologie, Geographie und Geschichte dazu.

7. – 8. Jahrgangsstufe
Neben den Fächern aus den vergangen Schuljahren wurde ab der 7. Klasse Einführung in die sozialistische Produktion, Technisches Zeichnen, Produktive Arbeit, Staatsbürgerkunde und Englisch (oder Französisch) unterrichtet.

Das Unterrichtsfach Einführung in die sozialistische Produktion (ESP) wurde im Zusammenhang mit der „Polytechnisierung“ des Bildungssystems eingeführt. Ziel war es, den Schülern in der DDR den Zusammenhang zwischen Arbeitswelt und dem trockenen Schulalltag näherzubringen sowie qualifizierte Arbeitskräfte frühzeitig in die Produktion einzuführen.

ESP war neben dem Fach „Technisches Zeichnen“ der theoretische Teil des polytechnischen Unterrichts, der durch die Produktive Arbeit, welche die Schüler direkt in den Betrieben absolvierten, ergänzt wurde. Zum theoretischen Teil gehörten auch Grundlagen der Konstruktion, Elektronik, Mikroelektronik und Informatik.

9. – 12. Jahrgangsstufe
In den letzten Schuljahren kam noch Astronomie und Chemie dazu. In WPA (Wissenschaftlich-Praktische Arbeit) musste man eine Facharbeit zu einer bestimmten Aufgabenstellung schreiben und verteidigen. Die Benotung wurde dann mit in die Abiturnote eingerechnet. An den Oberschulen konnte man viele Arbeitsgemeinschaften und Interessenszirkel besuchen. Neben künstlerischen und musikalischen AGs waren wahren vor allem naturwissenschaftliche und sportliche AGs sehr beliebt.

Tags: Geschichtsstunde

3 Antworten bis jetzt ↓

  • 1 Gerta // Nov 9, 2009 at 16:59

    Hallo mein Name ist Gerta.

    Ich finde es toll, dass ihr anlässlich des heutigen Tages dieses „Special“ macht. Wenn ich an meine Schulzeit zurückdenke, gibt es einige Sachen, auf die in der DDR Wert gelegt wurde, die ich in den heutigen deutschen Schulen vermisse.

    1. Disziplin, ruhiges Verhalten, Anstand, Höflichkeit, Freundlichkeit, Hilfsbereitschaft, Aufmerksamkeit waren das Grundgerüst des Alltags. Kein Rennen im Schulhaus, stille Unterrichtsatmosphäre, gerade im Stuhl sitzen, kein Lümmeln auf der Schulbank.
    2. Es gab keinen Stundenausfall. Ich kann mich an keine einzige ausgefallene Stunde in meiner kompletten Schulzeit erinnern.
    3. Die Erziehung zur Selbständigkeit, die schon im Kindergarten begann, wurde fortgeführt. Pflanzen gießen, Tafeldienst, Stühle hochstellen, kranken Schülern die Hausaufgaben vorbeibringen u.v.m.

    Ich bin der Meinung all das sind Dinge, auf die auch heute in der Schule viel mehr Wert gelegt werden müsste.

  • 2 guenter_krass // Nov 9, 2009 at 17:06

    Hallo Gerta, vielen Dank für deinen Beitrag.

    Dass es keinen Stundenausfall gab, ist natürlich eine tolle Sache.

    Leider kann ich nicht genau sagen wie es heute in der Grundschule ist, aber bei mir (1. Klasse, 1987, Bayern) wurde auch großer Wert auf Diszplin gelegt. Zudem gab es auch einen Tafeldienst, wir mussten alle gemeinsam den Lehrer begrüßen und auch die Stühle hochstellen. Und dass kranken Schülern die Hausaufgaben vorbei gebracht wurden kenne ich auch.

    Also ziemlich viele Gemeinsamkeiten. Trotzdem stimme ich dir zu, dass Disziplin und soziales Verhalten ein sehr wichtiger Teil in der Grundschule sein sollte.

  • 3 Maria_Monte // Nov 9, 2009 at 17:15

    Kenn ich auch – Tafeldienst, Klassenbuch tragen und Stühle hochstellen waren auch Aufgaben, die eine Woche lang zwei Schüler in meiner Realschulklasse übernehmen mussten. Und das Hessen Mitte der 90er.

    Wie ist das heute?

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