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Schulsystem in der DDR mit vorbildlichem Praxisbezug

November 10th, 2009 · Keine Kommentare

20 Jahre Deutsche Einheit Special

Im Schulsystem der DDR wurde großer Wert auf einen starken Praxisbezug zu später angestrebten Berufen oder Studiengängen gelegt.

Die Wissenschaftlich-Praktische Arbeit (WPA) war eine Unterrichtsform im 11. und 12. Schuljahr an der Erweiterten Oberschule (EOS). Wöchentlich erhielten die Schüler Aufgaben, meist direkt von Betrieben, die sie selbstständig lösen sollten. So wurde innerhalb des Schuljahres ein Praxisbezug hergestellt, ein Einblick ins Berufsleben geschaffen und den Schülern schon frühzeitig ermöglicht Kontakte zu Betrieben aufzubauen.

Zudem wurde die Berufsausbildung mit Abitur (BmA) ins Leben gerufen. Der Bildungsweg ermöglichte das gleichzeitige Erreichen der Hochschulreife (Abitur) und den Facharbeiterbrief. Die BmA diente vor allem als Vorbereitung für technische Studienrichtungen. Potentielle Studenten sollten in der entsprechenden Fachrichtung vorgebildet werden, um das spätere Studium mit besseren Ergebnissen absolvieren zu können und somit besser auf das Berufsleben vorbereitet zu sein. Die Verfügbarkeit von Plätzen war begrenzt und belief sich auf knapp fünf Prozent der Schüler eines Jahrgangs.

Als Gegenstück zum Konzept der wissenschaftlich-praktischen Arbeit gab es während der BmA die sogenannte wissenschaftlich-praktische Tätigkeit, so dass sich die BmA von einer regulären Facharbeiterausbildung abheben konnte und die Ausrichtung auf das Hochschulstudium betont wurde. Im allgemeinbildenden Unterricht wurde der Stoff nach denselben Lehrplänen wie an der EOS erteilt, was aufgrund der gedrosselten Stundenzahlen eine gesteigerte Eigeninitiative im Selbststudium erforderte.

Tags: Geschichtsstunde

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