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Dr. Cheat – Betrug auf hohem Niveau

August 24th, 2009 · 2 Kommentare

Seit ein paar Tagen macht es in der Presse die Runde – bundesweit stehen rund hundert Professoren im Visier der Justiz, weil sie für Doktortitel Honorare angenommen haben. Im Fokus der Ermittlungen befindet sich ein “Promotionsvermittler” aus Bergisch-Gladbach, der den Promotionswilligen mit der Vermittlung von geeigneten Professoren und bei der Themenfindung unter die Arme gegriffen hat. Kosten für den “Kunden”: ca. 20.000 Euro. Davon gingen bis zu 4.000 Euro an den betreuenden Professor. Betrug auf hohem Niveau. Doch genauso erschreckend wie illegale Promotionsvermittler oder korrupte Professoren ist die Nachfrage an den Schummel-Doktortiteln.

Denn ein Doktortitel hat einen ideellen Wert – er ist eine besondere Auszeichnung, die nicht jeder Akadaemiker erlangen kann. Sozusagen ein Siegel für herausragende Leistungen, in die Ideen, Zeit und Hirnschmalz eingeflossen sind. Etwas, auf das man stolz sein kann. Genausowenig kann man sich eine einfach eine Olympiamedallie kaufen, ohne selbst am Wettbewerb teilzunehmen. Im sportlichen Jargon also alles andere als Fairplay, noch schlimmer als ein Foul oder ein Dopingversuch.

Doch wo die Nachfrage, da das Angebot. Wer sind die Akademiker, die sich einen Doktortitel ergaunern wollen? Die so anstandslos sind und bei der Doktorarbeit schummeln? In aller Regel sind es berufstätige Akademiker, die sich bezahlte und oft auch illegale Hilfe holen, um neben ihrem Job einen Doktortitel zu erlangen. Unwissend sind die Promotions-Cheater dabei nicht – oft gibt schon eine simple Google-Recherche Aufschluss über die nicht ganz legale Rolle der Promotionsvermittler. Und meistens wissen sie, worauf sie sich einlassen. Es sind schließlich keinen ahnungslosen Jugendliche, die in der Abi-Klaurur heimlich spicken (was auch zur Abi-Aberkennung führen kann), sondern studierte und erwachsene Menschen.

Der Geschäftsführer des Deustchen Hochschulverbandes, Michael Hartmer sagt dazu: “Diese Menschen wissen, dass sie sich ihre Titel nicht durch ihre eigene wissenschaftliche Leistung erworben haben, sondern auch durch die Hilfe der Promotionsberatung. Damit ist vollkommen klar: Wenn sie den Doktortitel bereits verliehen bekommen haben, dann wird der Titel aberkannt.” Neun Doktoren mussten den erschlichenen  Titel wieder abgeben, darunter ein Richter, mehrere Staatsdiener und Rechtsanwälte. Juristen, die wussten, worauf sie sich einließen und was das zur Folge haben kann. Erschreckend auch, dass die gewissenlosen Cheater in ihren Positionen über andere Menschen Recht sprechen.

Was haltet ihr davon?

Tags: Hochschule

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