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Edutainment für Deutschland

August 4th, 2009 · 4 Kommentare

Besonders bei Temperaturen wie heute, weiß jeder der mal eine Uni-Vorlesung besucht hat, wie lange eine Stunde sein kann. Ob das im Pharmazie-Studiengang an der Frankfurt Goethe Universität früher noch schlimmer war als an anderen Unis kann ich nicht beurteilen. Jedenfalls kam Prof. Dr. Dingermann von der besagten Uni auf eine außergewöhnliche Idee.

Seine Pharmaziestudenten können während der Vorlesung die Fragen via TED beantworten. Der Professor gibt z.B. drei Antworten vor und die Studenten stimmen innerhalb von 30 sec. ab – a lá „Wer wird Millionär“. Danach erscheinen die Antworten auf der Leinwand und alle zusammen diskutieren über das Ergebnis.

Prof. Dingermann ist auf diese ungewöhnliche Idee gekommen, weil sich bisher bei seinen Vorlesungen nur die Mutigen und Schlauen gemeldet haben, um seine Fragen zu beantworten. Jetzt beteiligen sich fast alle Studenten an der Beantwortung seiner Fragen.

Das Ergebnis: Die Studenten bleiben während der gesamten Vorlesung aufmerksam und beschränken sich nicht nur aufs  Mitschreiben. Jeder kann im Stillen überprüfen, ob man den Inhalt verstanden hat. Und der Professor selbst sieht sofort, ob er das nötige Wissen wirklich vermitteln konnte oder die Mehrheit ihm nicht mehr folgen kann.

Eine kreative und innovative Lehrmethode, die mit Sicherheit auch an anderen Universitäten Anklang finden würde.

Tags: Hochschule

4 Antworten bis jetzt ↓

  • 1 Timow // Aug 4, 2009 at 10:12

    In Köln gibt es einen rappenden Prof, der seinen Studenten so Jura beibringen möchte. http://www.central.uni-koeln.de/index.php?option=content&task=view&id=111

  • 2 Maria_Monte // Aug 4, 2009 at 10:47

    Zum Lernen durch Rappen habe ich vor kurzem eine Reportage gesehen. Dort haben Schüler für eine Geschichts-Klausur über Französische Revolution gelernt. Eine Gruppe hat aus dem Stoff einen Rap getextet und bei der Klausur gut bzw. überdurchschnittlich abgeschnitten.

    Keine schlechte Idee für Abwechslung im Unterricht. Gerade Daten und Fakten kann man sich durch eine Melodie besser einprägen – jedenfalls wenn man der auditive Lerntyp ist.

  • 3 elfi // Aug 4, 2009 at 11:10

    Rappende Lehrer! Oh man. Gestern hab ich gesehen, wie deutsche Musiklehrer Wacken besuchen um darüber zu diskutieren, wie man Heavy Metal in den Musikunterricht integrieren kann. Das ist doch nur Kirmes.

    Viel interessanter finde ich den Kinder&Bildungs-Kampf, mit dem Zensursule und SuperNanny gerade den Wahlkampf aufmischen. Die FAZ hat einen netten Artikel dazu online: http://tinyurl.com/laflvb

  • 4 guenter_krass // Aug 10, 2009 at 10:04

    Wir wollen kein Infotainment, sagt die Projektleiterin des neuen studentischen Magazins “Aufstieg und Fall” Sandra Broschat, im Interview mit SPIEGEL ONLINE: Wir lieben Print! http://tinyurl.com/l7m2re

    Generation Bildung: Denn sie wissen nicht was sie tun… oder doch?

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