
Auf seinem Plakatentwurf fragt Florian Fischer Student an der Fachhochschule Potsdam „Elitenbildung - Ende der Gleichheit?“
Spätestens mit der Exzellenzinitiative für forschungsstarke Universitäten ist der lange verpönte Begriff “Elite” mit Macht zurückgekehrt. “In einer Demokratie müssen aber alle mitbestimmen können, wer und wie die Elite sein soll”, sagt Dobischat, Präsident des deutschen Studentenwerks, “das gilt erst recht für die Hochschulen als demokratische Institutionen. 218 Studenten folgten dem Aufruf des DSW zum Plakatwettbewerb „Elite! Für alle?“.
Bei den Gewinner-Plakaten, die auf spiegel.de veröffentlicht wurden, haben die studentischen Künstler im Wettbewerb mehrheitlich negative Assoziationen, wenn es um den Elitebegriff geht. Ich finde bei diesem Wettbewerb wird Elite sehr undifferenziert aufgefasst und dargestellt. Zum Beispiel hätte man die ungleich verteilten Bildungszugänge auch über das Gegenteil von Elite darstellen können.
Warum ist der Begriff Elite so negativ behaftet? Weil Elitestudenten in Deutschland jetzt dafür bezahlen müssen besonders gefördert zu werden (Was im Ausland seit Jahren Gang und Gebe ist)? Weil es nicht mehr erstrebenswert ist zur Elite zu gehören? Oder weil die Elite eine Gruppierung überdurchschnittlich qualifizierter Personen ist, der man nicht einfach so beitreten kann?



3 Antworten bis jetzt ↓
1 Chris_2209 // Aug 20, 2009 at 21:47
Hallo, also erstmal Kompliment an Euren Blog! Ist ja echt toll, was ihr hier macht! Also ich glaube, dass der Begriff deshalb so negativ belegt ist, weil viele glaube, dass Elite eine Gruppe ist, zu der sie definitiv nicht gehören und nie gehören können; und die daher ein G´Schmäckle hat. Sie wird meist in erster Linie mit Geld statt mit Leistung assoziiert. Viele Studien belegen ja, dass z.B. Vorstandsvorsitzende oder Geschäftsführer von großen Unternehmen, an die man ja sofort denkt, wiel sie einem immer als Wirtschaftselite vorgehalten werden, aus Familien kommen, wo Geld keine Rolle spielt, aber Bildung und Leistung alles zählt. Da war dann oft schon der Vater, der Opa, der Ur-Opa etc. Vorstandsvorsitzender oder Geschäftsführer…Auf der anderen Seite schaffen es wenige aus der Unter- oder Mittelschicht unserer Gesellschaft oder gar Leute mit Migrationshintergrund nach ganz oben. Die “Elite” wird also von denen beherrscht die quasi von Geburt an dazugehören. Oder was meint Ihr?
2 guenter_krass // Aug 21, 2009 at 10:30
Hallo Chris, vielen Dank. So ein Lob tut gut (-;
Das dieses Vorurteil in unserer Gesellschaft herrscht sehe ich auch. Aber das wäre meiner Meinung nach als Begründung zu einfach. Ich finde es ist ganz wichtig, dass man zwischen einer sozialen und einer Leistungselite unterscheidet. Das sind zwei paar Schuhe. Und wenn ich z.B. als Unternehmen die Beste oder den Besten für einen Job suche, dann ist mir der soziale Hintergrund erst Mal egal. Die Herkunft aus „gutem Haus“ garantiert keine soziale und kulturelle Kompetenz und ein Migrationshintergrund
schließt Führungsqualitäten nicht aus. Ich halte nicht viel von sozialen Eliten und zu viel Vitamin B. Ich ziehe den Hut vor denjenigen, die mit Leistung überzeugen und zu ihrem Ziel kommen. Dies wird durch die ungleich verteilten Bildungszugänge natürlich stark beeinflusst.
3 Geschlossene Gesellschaft? // Sep 3, 2009 at 10:23
[...] Dazu auch der Artikel: Iiigit Elite… [...]
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