Schon viel zu lange wird immer nur die Forschung als Kriterium für Qualität der Hochschulen und Exzellenz in der Hochschullandschaft angesehen. Bildungsministerin Schavan tritt nun für die Gründung einer Akademie der Lehre ein. Hintergund: diesmal sollen Bund, Länder UND die Hochschulen an einem Strang ziehen, um die Lehre in den Hochschulen zu würdigen und zu fördern. Darf man denn davon noch träumen? Die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt.
Der Thinktank soll nationale und internationale Forscher zusammenbringen, die neue Ansätze in der Hochschulforschung und Lehrkonzepte entwickeln und weiterentwickeln. Dabei sollen auch die Studierenden mit einbezogen werden .
Eine weitere Aufgabe der Akademie wäre die Förderung von Forschungsprojekten, die ausschliesslich die Lehre betreffen, und in diesem Zusammenhang auch Stipendien und Fellowships finanzieren würden. Desweiteren soll die Akademie der Lehre die Anträge der Hochschulen bewerten, die diese im Rahmen des Qualitätspaktes Lehre einreichen.
Es wird derzeit überlegt, ob die Akademie als Verein oder als Stiftung gegründet werden soll, die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) ist auch ein Verein. Mit diesem würde sich die Akademie der Lehre, oder vielleicht auch Deutsche Lehrgemeinschaft gennant, auch nicht in die Quere kommen.
Ich finde diese Idee super, denn Qualität und Exzellenz hängen nun mal nicht nur an Forschungsergebnissen, Forschungsaufträgen oder der Anzahl der publizierten Bücher und Fachaufsätze eines Departments. Einerseits sollte man das den Studierenden schuldig sein, denn an Larifari-Unterricht ist da keiner interessiert. Andererseits könnte das wieder ein Weg für die Geistes- und Kulturwissenschaften sein, sich zu profilieren, da diese in Zeiten von MINT und Fachkräftemangel größtenteils totgeschwiegen werden.



1 Antwort bis jetzt ↓
1 Kerri_Brettscher // Mai 28, 2010 at 11:25
PS: Zu letzterem kann ich noch sagen, dass die Bedingungen teilweise echt einfach nur beschissen sind. Ich habe mich letztens mit einem ehemaligen Dozenten unterhalten, der auch eine längere Zeit Dozent arbeitslos gemeldet war, weil es keine bezahlten Lehraufträge gab. Das heisst aber gleichzeitig, dass dennoch ein Seminar angeboten werden muss, da jeder Dozent, der sich habilieren will, seine Lehrtätigkeit nachweisen muss. Abgesehen davon sind diese Lehraufträge einfach nur schlecht bezahlt: wer kann denn bitte von ca. €500 im SEMESTER leben? Und das sind ja nur die Lehrveranstaltungsstunden, Vor- und Nachbereitung des Seminars oder Kurses ist natürlich … also da sollte wirklich was getan werden. Überall wird gejammert, das Bildung DIE Ressource ist, aber keiner investiert. Und Investieren bedeutet aber auch, mehr Geld für Lehrkräfte bereitzustellen und sie angemessen zu bezahlen. Das würde Verteilung der Arbeitslast bedeuten, dadurch effektiveres und motivierteres Arbeiten, dadurch zufriedenere Studenten … aber dann ist die Grundfinanzierung der Lehre wieder Ländersache, da wird dann halt wieder nicht an einem Strang gezogen
Hinterlasse ein Kommentar