Was bringt die Förderung hochspezialisierter Forschungszweige? Die Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften (BBAW) veröffentlichte dazu gestern Ergebnisse der Studie “Die Exzellenzinitiative – Zwischenbilanz und Perspektiven“.
Die Entscheidung, die Exzellenzinitiative fortzuführen, ist zu begrüßen, weil sie belegt, dass im föderalen System der Bundesrepublik Bund/Länder-Vereinbarungen zur Förderung der Wissenschaft und Forschung an Hochschulen getroffen und mit Leben gefüllt werden können, ohne dass wissenschaftliche Gütekriterien durch politisches Proporzdenken ausgehebelt werden.
Pläne zur Fortführung gibt es schon: Mit 2,7 Milliarden Euro soll bis 2017 die Finanzierung von Graduiertenschulen, Exzellenzclustern und universitären Zukunftskonzepten ermöglicht werden, das sind 800 Millionen Euro mehr als zuvor.
Allerdings warnen die 14 Autoren der Studie auch vor den Nebeneffekten des Eliteprogramms: “Die Exzellenzinitiative kann bundesweit gesehen zu Ungleichgewichten zwischen den Fächern und zu Überspezialisierungen ganzer Wissenschaftlergenerationen führen”, sagte Leibfried, Herausgeber der Studie. Eine Gefahr ergebe sich gerade für derzeit erfolgreiche Nachwuchswissenschaftler, die am meisten von der Initiative profitieren sollten. Schon heute gibt es an vielen Hochschulen Konzentrationsprozesse von der Breite in die Spitze – und einen offenen Kampf um Ressourcen. Deshalb warnen die Autoren der Studie davor, dass die Exzellenzinitiative auf Dauer kleine Fächer systematisch benachteiligen könne.
Um diese Probleme zu verhindern, müsse der Bund sich dauerhaft für die Hochschulen engagieren, sagte Leibfried. “Es darf nicht bei einmaligen Sonderprojekten bleiben.”



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