Fundsache: Brief an eine Gymnasiastin

Liebe Marie, warum müssen Fünftklässler sonntags büffeln anstatt Freunde zu treffen?

So fängt er an, der Brief von einem Papa an seine 10-jährige Tochter. Er versucht zu beantworten, warum Kinder NACH der Schule nicht einfach Kinder sein können, sondern schon in jungen Jahren einen 40 Stunden Job haben. Und warum er sich schämt, nach Feierabend seine Tochter noch stundenlang Vokabel pauken zu sehen.

Irgendwann haben wir Deutschen gemerkt, dass die Kinder in anderen Ländern noch schneller lernen als unsere. Dass sie in China früher damit anfangen und in Amerika früher damit aufhören. Und gleich arbeiten. Da hat uns die Angst gepackt. Wir haben uns nicht gefragt, ob es klug ist, zu lernen wie die Chinesen. Wir haben nur gedacht: Bevor die uns einholen, beeilen wir uns auch. Quelle: Zeit

Vielleicht sollten wir alle uns fragen, ob es wirklich sinnvoll ist den Kindern ihre Kindheit zu nehmen. Denn wir Erwachsenen hatten sie noch vor 20, 30, 40 Jahren – die Zeit für Freunde und Hobbies. Bei uns war noch nicht alles verplant. Wir sind “um die vier Ecken gegangen”, haben spontan bei den Nachbarskindern geklingelt und die Straßen unsicher gemacht. Klar, wir haben uns auch manchmal gelangweilt (es gab ja auch noch keine 500 Fernsehprogramme und auch nicht das Internet). Doch “Faulenzen” ist auch wichtig.

Hartmut Rosa, Professor für Soziologie, fordert: Kinder müssen sich wieder langweilen dürfen. Denn irgendwann wird aus Langeweile Bewegung, ein Stromern und Streunen, das ziellos ist und doch an tausend Orte führt. Den schönsten Augenblicken der Kindheit geht die Langeweile voraus. Wer Langeweile hat, kommt auf die verrücktesten Ideen.

Aber lest selbst, denn der Brief sagt eigentlich schon alles ;)

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