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Das Politiker- Karussell

Januar 20th, 2010 · 2 Kommentare

Wie funktioniert das in der Berufswelt, wenn ein Posten auf Managment-/ Führungsebene zu vergeben ist? Man sucht sich nach bestem Wissen und Gewissen denjenigen, der den Job aufgrund seiner Erfahrung und Ausbildung wahrscheinlich am besten erfüllen kann. Und wie sieht das in der Politik aus?

Um das zu verstehen habe ich mir mal die politischen Laufbahnen einiger unserer aktuellen Politiker angeschaut.

Frau Merkel beispielsweise ist studierte Physikerin (nebenbei: Der Titel ihrer Diplomarbeit von 1978 lautete „Der Einfluss der räumlichen Korrelation auf die Reaktionsgeschwindigkeit bei bimolekularen Elementarreaktionen in dichten Medien“). Unter Helmut Kohl wurde sie 1990 Bundesministerin für Frauen und Jugend, bevor sie im Anschluss Bundesumweltministerin wurde. Die weitere Karriere ist wohl bekannt.

Ein weiterer Altgedienter ist Herr Schäuble. Er wurde bereits 1984 Bundesminister – und zwar für „besondere Aufgaben“. Später kümmerte er sich hingebungsvoll um die Sicherheit Deutschlands als Innenministers, bevor er natürlich folglich Finanzminister wurde.

Franz-Josef Jung zum Beispiel, startete 1999 als Minister für Europaangelegenheiten in Hessen. Im Zuge der CDU-Spendenaffäre trat Jung aber von diesem Amt zurück. Wie wir wissen sollte das nicht das letzte Mal gewesen sein. Doch zunächst wurde er erstmal Bundesminister für Vereidigung. Warum? Tja, Herr Stoiber würde sagen: „Weil es ja klar ist!“ Herr Jung durfte sich nun als Bundesminister für Arbeit und Soziales versuchen, trat aber schon nach einem Monat wegen der „Kunduz-Affäre“ – also einer Affäre aus seinem vorangegangenen Ministerium zurück.

Für ihn sprang Ursula von der Leyen in die Bresche. Von der Leyen hat Medizin studiert und wurde 2005 als Bundesfamilienministerin vereidigt. Dort mischte die 7-fache Mutter der Nation das Ministerium kräftig auf, doch musste unverrichteter Dinge wieder abziehen um das von Herrn Jung hinterlassene Loch zu stopfen.

Als letzter in meinem Politikerkarussell beschäftige ich mich mit Herrn von und zu Guttenberg. Er ist Jurist und startete seine Karriere bei der CSU als Sprecher für Abrüstung! Nachdem Wirtschaftsminister Glos zurückgetreten war, betrat unser Freiherr die Bundesbühne und machte seine Arbeit wirklich gut – vielleicht zu gut. Denn 2009 beorderte Frau Merkel den charismatischen Karl-Theodor ins Bundesministerium für Verteidigung – böse Zungen behaupten, um den Afghanistan Krieg besser verkaufen zu können.

Tja, wer daraus eine Formel ableiten kann… Ich wäre sehr interessiert.

Tags: Kurioses · Politik

2 Antworten bis jetzt ↓

  • 1 Toni // Jan 20, 2010 at 13:39

    Ja, die Vergabe der Ministerin kam mir in diesem besonders wahllos vor. Die Ämter werden offenbar nicht nach beruflicher Erfahrung vergeben. Politik eben. Nicht fachlich, sondern menschlich.

  • 2 Maria_Monte // Jan 21, 2010 at 10:59

    Die wahllose Ämterzuteilung ist schon krass. Das wäre genauso, wie wenn bei einer Zeitung der Wirtschaftsredakteur (das hat er natürlich auch studiert) auf einmal den Feuilleton macht, der Sportreporter (hat er auch studiert) über Wirtschaft schreibt und der Journalist für Klatsch und Tratsch (der ist Quereinsteiger) ins Politikressort versetzt wird. Manchmal klappts, manchmal nicht.

    Die Frankfurter Rundschau hatte mal so einen Ressorttausch unter dem Stichpunkt “Perspektivenwechsel” : http://kress.de/tagesdienst/detail/beitrag/96562-frankfurter-rundschau-mit-neuem-dach-ueberm-kopf.html

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