Der Einfluss neuer Medien auf die Wahl wird immer stärker. Mit Hilfe von sozialen Netzwerken soll vor allem die junge Wählergruppe informiert und erreicht werden. Doch die mobile Nutzung und die Schnelligkeit vom Kurznachrichtendienst Twitter, könnte nun vielleicht zum Verhängnis werden.
Schon bei der Bundespräsidentenwahl im Mai sickerte vorab die Wiederwahl von Horst Köhler durch. Gestern um 16:30 Uhr, also 1,5 Stunden vor Veröffentlichung der Wahlergebnisse, gaben zwei Twitter-Nutzer die ersten Prognosen der Landtagswahlen für das Saarland, Sachsen und Thüringen bekannt. Die Versender gaben zwar keine Quelle an, aber die Zahlen wichen kaum merklich von den später bei ARD und ZDF veröffentlichten ab.
Wenn sich herausstellen sollte, dass die vorab getweeteten Exit-Polls (= Die Wahltagsbefragung. Wähler werden noch am Wahltag beim Verlassen des Wahllokals – also nach dem Wahlvorgang – nach ihrer Wahlentscheidung gefragt. Dadurch kann man schon sehr früh den Wahlausgang prognostizieren, wenn man eine repräsentative und große Stichprobe verwendet) die Wahlen beeinflusst haben, könnten die Abstimmung nachträglich angefochten und für ungültig erklärt werden (zudem ist auf die Veröffentlichung der Exit-Polls in den Wahlgesetzen von Bund und Ländern eine Strafe von 50.000 Euro festgesetzt).
Einer der Twitter-Accounts wurde mittlerweile gelöscht. Es war der Zugang von Patrick Rudolph, CDU-Vorsitzender im Stadtverband Radebeul. “Ich weiß nicht, wer das geschrieben hat”, sagte Rudolph auf Nachfrage von SPIEGEL ONLINE.



1 Antwort bis jetzt ↓
1 guenter_krass // Sep 1, 2009 at 16:11
via twitter: Warum das Vorabtwittern von Wahlergebnissen kein Problem sein muss, sondern die Demokratie beleben kann: http://bit.ly/QXx2e
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