Es ist immer wieder schön, wenn ich auf interessante Themen aufmerksam gemacht werde. So wie auf das Interview mit Norbert Walter (es lohnt sich wirklich das komplette Interview zu lesen!), früherer Chefökonom der Deutschen Bank. „Das wäre doch was für Generation Bildung“ – ja, so ist es…
Norbert Walter wirft der Wirtschaft und der Politik vor, in der Fachkräftedebatte zu wenig mitzumischen bzw. absichtlich zu bremsen. Deutschland sei seit den 70er Jahren “mental im Anwerbestopp.” Im Interview mit dem Handelsblatt sagt er:
„Die SPD will die Interessen der alteingesessenen deutschen Arbeitnehmer schützen und wehrt sich daher gegen Einwanderung. Dabei befindet sie sich im Gleichklang mit Konservativen in der Union. Die fühlen sich als Anwalt mittelständischer Unternehmer vor allem aus Handwerk und Baubranche, die keinen Wettbewerb wollen. So kam es dazu, dass Stoiber und Schröder gemeinsam die Öffnung der Grenzen für Arbeitskräfte aus den EU-Beitrittsländern verhindert haben.“
Walter fordert eine Kombination von Strategien.
Kurzfristig
- Ingenieure überzeugen, später in Rente zu gehen. Erfahrene Ingenieure weiterbilden. Wie?
Walter: „Wenn man den deutschen Erwerbstätigen endlich einmal sagte, was ihnen in den nächsten Jahrzehnten realistisch an Netto-Alterseinkommen zur Verfügung stehen wird, dann wären sie sofort bereit, länger zu arbeiten.“
Mittel- und langfristig
- Mehr junge Menschen, vermehrt auch Frauen, überzeugen, technische Studiengänge zu beginnen. (Wir können ja nicht überall ansetzten, aber an diesem Punkt arbeiten wir!)
- Einwanderung aus Richtung Nahost und Nordafrika (Türkei, Ägypten, Iran)
- Deutsche Schulen und Hochschulen in den Herkunftsländern
„Wir glauben ja immer noch, wir bräuchten nur großmütig die Schleusen aufzumachen und schon strömten die Einwanderer der gewünschten Qualifikation herein. So wird das nicht sein.“




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