generation-bildung.de

Arbeiterkinder

Februar 22nd, 2010 · 2 Kommentare

Am Wochenende bin ich beim zappen auf 3Sat hängengeblieben. Bei VIVO ging es um das Thema: Jugendliche zwischen Arbeitslosigkeit und Traumberuf. Auf der 3Sat Webiste kann man sich alle einzelnen Beiträge und auch die komplette Sendung anschauen. In einem der Beiträge wurde über die Internetplattform arbeiterkind.de berichtet.

Lediglich 23 % der Kinder aus nicht-akademischen Familien studieren – das ist nur die Hälfte derer, die dank Hochschulreife eigentlich studieren könnten! Dabei geht es meist gar nicht um fehlende finanzielle Mittel, die von den Kindern der Eltern ohne akademische Bildung als Hindernis vor einem Studium gesehen werden: was vor allem fehlt, sind Informationen darüber, was studieren bedeutet, was man damit machen kann und wie man sich zu Beginn in der komplizierten Welt der Studienmöglichkeiten zurecht findet.

Wenn es um die Ausbildungs- oder Berufswahl geht, empfehlen Eltern, Verwandte und Bekannte häufig ihren eigenen Ausbildungs- und Berufsweg. Das ist ganz natürlich, denn in ihrem Ausbildungsweg und ihrem Beruf haben sie Erfahrung. Doch die Ausbildungsempfehlung der Eltern entspricht in vielen Fällen nicht den Talenten der Kinder. So wäre es für einige Akademikerkinder vielleicht passender, auf eine Fachhochschule zu gehen oder eine Ausbildung zu absolvieren anstatt an der Universität zu studieren. Und viele Arbeiterkinder hätten die Fähigkeiten und viel mehr Freude daran, an einer Fachhochschule oder Universität zu studieren, anstatt eine Ausbildung zu machen.

Die seit Mai 2008 bestehende Initiative ArbeiterKind.de ermutigt Schülerinnen und Schüler nicht-akademischer Herkunft zum Studium und unterstützt Sie auf ihrem Weg zum erfolgreichen Studienabschluss. Mittlerweile gibt es deutschlandweit über 1000 Mentoren, die Jugendliche bei ihrer Studienwahl unterstützen. Auch ich habe mich gerade eben als Mentor angemeldet.

ArbeiterKind.de schreibt: Entscheidest Du Dich für ein Studium könnte es sein, dass Eltern, Verwandte und Bekannte, Deine Entscheidung nicht verstehen können oder damit nicht einverstanden sind. Sie können vielleicht nicht nachvollziehen, warum Du nicht den gleichen Ausbildungsweg gehen willst wie sie.

„Mach’ erstmal eine Lehre, da verdienst Du sofort Geld und liegst uns nicht auf der Tasche! Schließlich haben wir Dich jetzt lang genug finanziert.“
„Nach der Lehre kannst Du ja immer noch studieren!“
„Dein(e) Schwester, Bruder, Cousine, Cousin arbeitet schon und verdient richtiges Geld. Du willst wohl noch ein paar Jahre faul sein und Dich von uns aushalten lassen!“

Arbeiterkind hat zu diesen und vielen anderen Argumenten die gegen ein Studium sprechen Gegenargumente gesammelt, die man direkt anwenden kann.

Tags: Ausbildung · Multimedia · Schule · TV

2 Antworten bis jetzt ↓

  • 1 holger_mueller // Feb 22, 2010 at 11:51

    Wow. Tolle Aktion, toller Beitrag. Da würde ich mich auch sofort engagieren… Ich kenne das Problem, wenn den Eltern vollkommen der Blick für den Sinn eines Studiums fehlt…

  • 2 Sabine Siemsen // Feb 22, 2010 at 14:13

    Hallo – stimmt, die Aktion ist klasse – ich bin auch seit kurzem Mitglied. Ich wurde von meiner Uni auf die Seite hingewiesen, als ich eine Community für Selbstorganisiertes Lernen als Praktikum im Studiengang Bildungswissenschaft aufgebaut habe.
    Dort befasse ich mich mit einer ähnlichen Thematik, der mangelnden Unterstützung des Zweiten und dritten Bildungsweges, wovon -natürlich- auch schwerpunktmäßig die “Arbeiterkinder” betroffen sind. Meine Zielgruppe sind die Menschen Ü30 dieser Gruppe, die hier noch weiter aus allen Programmen herausfallen – trotz Gerede über lebenslanges Lernen.
    Wer sich dafür interssiert ist herzlich willkommen mal vorbeizuschaun bei http://www.sieseco.com/comun

    Viele Grüße
    Sabine von
    Siemsens Selbstlerner Community

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