Nachdem dieses Thema schon für reichlich Zündstoff und Diskussionen in meinem Freundeskreis gesorgt hat, scheint es endlich auch in der Gesellschaft anzukommen: Jungs sind bildungstechnisch benachteiligt, denn sie brauchen bei der Erziehung und beim Lernen männliche Vorbilder – und die sind Mangelware. Schade, dass das den meisten erst durch eine Studie klar wird.
Politiker sind aufgeschreckt von Studien zum Ungleichgewicht der Schulergebnisse von Mädchen und Jungen. So stellte der Aktionsrat Bildung im März in einer Studie fest, dass Jungen in Kindergärten und Schulen “massiv benachteiligt” würden. Während von den Schulabgängern ohne Abschluss 62 Prozent Jungen seien, stellten bei den Abiturienten Mädchen die klare Mehrheit. “Die Bildungsungleichheit zwischen Mädchen und Jungen überschreitet die Grenzen des rechtlich und moralisch Hinnehmbaren”, sagte Randolf Rodenstock, Präsident des Vereins der Bayerischen Wirtschaft.
Bei Lern- und Erziehungsprozessen scheint der männliche Einfluss zu fehlen. Ich finde, dass in unserer Gesellschaft generell männliches Verhalten oft gerügt und unterbunden wird: Stichwort Schlägerein auf dem Schulhof, Angeberein, wild sein etc. So ein “Männerabend” mit männlichen Paten ist daher eine super Sache, damit Jungs auch mal Jungs sein dürfen. Wie seht ihr das?



5 Antworten bis jetzt ↓
1 guenter_krass // Nov 13, 2009 at 14:25
Also es stimmt schon, dass ich im Kindergarten nur Erzieherinnen und keine Erzieher hatte. Bei den Lehrern(innen) hielt es Waage würde ich sagen. Aber ich kann nicht sagen, dass ich mich irgendwie benachteilt gefühlt habe. Oder wäre mein Benehmen in der Schule am Ende vielleicht OK gewesen, wenn das System mehr auf Männer ausgerichtet gewesen wäre?
2 Jenny // Nov 13, 2009 at 14:58
Das ist meiner Meinung nach totaler Quatsch. Männlicher Einfluss? Da frage ich dich: Wenn Männer Erzieher werden – welche Männer sind das?
3 guenter_krass // Nov 13, 2009 at 15:04
Es gibt ja mittlwerweile Projekte bei den Manager in die Schule kommen um Ökonomische Bildung zu vermitteln. Vielleicht sollten dann Bauarbeiter in den Kindergarten… Bagger fahren, Beton anmischen oder wie mache ich mit einem Meter eine Flasche auf… (-;
4 Maria_Monte // Nov 13, 2009 at 15:19
@guenter_krass Naja, aber zwischen den heutigen Schülergenerationen und uns liegen ja auch fast zwei Generationen dazwischen.
Der Trend geht schon eher in die weibliche Richtung.
@Jenny Das Klischee trifft bestimmt auch zu – da geb ich dir recht. Allerdings ist das sehr schade. Hier muss man m.E. ähnliches Interesse bei den Jungen wecken wie das bei Mädchen und Naturwissenschaften der Fall ist.
Ich denke dass Männer in Erzieherberufen oft mit Vorurteilen konfrontiert werden, gerade von den Eltern der Kinder: entweder bekommen sie den schwulen oder phädophilen Stempel aufgedrückt. Und das ist schade, denn solche Vorurteile und die damit verbundenen Konsequenzen hemmen wiederum, diesen Beruf auch als Mann zu ergreifen.
5 Holger_Müller // Nov 13, 2009 at 15:39
Auffällige und schwierige Verhaltensweisen von Jungen hängen oft damit zusammen, dass sie ihre Männlichkeit beweisen möchten. Da vielen Jungen im Alltag jedoch männliche Vorbilder fehlen, haben sie meist eine realitätsferne oder sogar gar keine Vorstellung davon, wie Männer im Alltag wirklich sind.
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