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Das Geheimnis guter Bildung

August 28th, 2009 · 3 Kommentare

Auf der Suche nach neuen Themen bin ich auf eine Studie des Beratungsunternehmens McKinsey gestoßen. Die Untersuchung ist zwei Jahre alt. Sie beschäftigt sich jedoch mit einer generationenübergreifenden und somit immer aktuellen Frage: Was ist das Geheimnis guter Bildung?

Die Macher der Studie nahmen die PISA-Streberstaaten genau unter die Lupe und kamen zu einer (damals) neuen, aber im Grunde nicht überraschender Erkenntnis. Schüler werden nicht besser, wenn man mehr Geld ins Bildungssystem pumpt; sie werden auch nicht besser, wenn man das Bildungssystem ändert.

Es sind weder die kleinen Klassen in Finnland, oder eine überproportionale Erhöhung der Bildungsausgaben – wie in Australien der Fall. Singapur arbeitet zum Beispiel mit einem viergliedrigen Schulsystem, liegt unter den 30 Ländern, die der OECD angehören in Sachen „Ausgaben für das Grundschulwesen“ nur auf Platz 28 und landet trotzdem Jahr für Jahr in den Tests auf den vorderen Plätzen. Auch der Umfang der Lernzeit ist nicht der Schlüssel zum Erfolg. Denn beim PISA-Sieger Finnland kommen die Schüler morgens im Durchschnitt später und gehen etwas früher.

Nach langen Recherchen und Vergleichen kamen die Berater zum folgendem Ergebnis: Unsere Schüler werden nur besser, wenn die Lehrer besser werden.

In den Siegerstaaten Finnland und Singapur ist Lehrer ein angesehner Beruf. Denn nur die Besten werden auf die Schüler losgelassen (wie streng die Auswahl ist, kann man in der Studie nachlesen). Damit nicht genug: Singapur verordnet seinen Lehrern etwa 100 Stunden Fortbildung je Schuljahr, in Finnland müssen die Lehrkräfte mindestens einmal in der Woche nachsitzen und sich fortbilden. Für gute Schulausbildung braucht es folglich gute Lehrerfortbildung.

PISA-Studienleiter Andreas Schleicher von der OECD lobte die Studie in höchsten Tönen: „Dieser Report kann Bildungspolitikern in aller Welt nur eine Hilfe sein: Für eine bessere Bildung muss vielleicht gar nicht das bestehende Schulsystem umgeschubst werden. Für eine bessere Bildung muss man sich den Lehrern widmen.“

Tags: Ausbildung · International · Schule · Studie

3 Antworten bis jetzt ↓

  • 1 Maria_Monte // Aug 28, 2009 at 11:19

    Mmmmh – eine einfache und auch einleuchtende Schlussfolgerung. Wenn ich mal in Gedanken in meine Schulzeit zurückreise, war da schon der ein odere andere Lehrer, der einfach ziemlich unfähig war, Wissen zu vermitteln. Oder so eingeschüchtert von frechen Kindern, dass er keine Respektsperson war.

    Vielleicht könnte man ja Schüler am Ende eines Schuljahres eine Leistungsbeurteilung über die Lehrer schreiben lassen – sozusagen Noten vergeben in Kategorien. Anhand derer kann der Lehrer bzw. die Schullleitung u.a. sehen, wo Fortbildungsbedarf ist – und das nicht nur fachlich (z.B. Antiaggressionstraining, Rethorik, Motivationskurse, neue Lehrmethoden etc.).

    Abgesehen davon ist es in anderen Ländern vielleicht auch einfach anders, weil den Kindern eher bewusst ist, dass zur Schule gehen keine Strafe, sondern ein Privileg ist. Da ist die Motivation eine ganz andere…

  • 2 Verena Kurth // Aug 28, 2009 at 19:27

    Oder liegt es daran, dass nicht nur der Lehrerberuf sondern auch Bildung und Schule in diesen Ländern einen höheren Stellenwert haben, bzw. nicht als Last, sondern als Chance gesehen werden? Das gilt sowohl für die Lehrer, als auch für die Schüler und deren Eltern. Fortbildungen für Lehrer, Schulen mit Freizeitangeboten wären da ein erster Schritt.

  • 3 Die Hälfte aller Schulen treten auf der Stelle // Sep 1, 2009 at 15:56

    [...] Woche schrieb ich über das Geheimnis guter Bildung. Doch bevor ich überhaupt darüber nachdenke etwas zu verbessern, muss ich erkennen, dass etwas [...]

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