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Die Kevin-Diagnose

September 16th, 2009 · 14 Kommentare

Kevin – mit diesem Namen asoziieren Lehrer einen besonders verhaltensauffälligen Schüler. Das fand eine Studie der Arbeitsstelle für Kinderforschung der Universität Oldenburg heraus. Per Online-Fragebogen wurden knapp 2.000 Grundschullehrer anonymisiert befragt, um die Vorurteile gegenüber bestimmten Vornamen herauszufinden.

Als eher freundlicher, leistungsstärker und verhaltensunauffällig stellen sich Kinder mit Vornamen wie Charlotte, Sophie, Marie, Hannah, Alexander, Maximilian, Simon, Lukas oder Jakob im Bewusstsein von Lehrern dar, während Namen wie Chantal, Mandy, Angelina, Kevin, Justin oder Maurice eher mit Leistungsschwäche und Verhaltensauffälligkeit assoziiert werden.

Das bedeutet, dass der “falsche” Vorname dazuführen kann, das ein Kind anders behandelt wird als ein anderes – und es somit nicht die gleichen Bildungschancen bekommt. Das ist natürlich nicht erstrebenswert, auf der anderen Seite gelten diese Vorurteile nicht nur für Lehrer. Ich denke, das bestimmte Milieus (also Gruppen von Menschen mit kategorisierten Lebensweisen und Lebensausfassungen) eine Vorliebe für bestimmte Vornamen haben. So heißt ein Kind einer Akademikerfamilie mit Bio-Wahn und verstärktem Umweltbewusstsein nache meiner Assoziation eher Marlon oder Dörthe, während das Kind einer Prolofamilie, die auf getunte VW-Golfs, Dauerwelle und Blondierung stehen, eben Kevin oder Chantal genannt wird. Das gleiche kann man in bestimmten Regionen beobachten z.B. kommen gefühlte 80% der Ronnys, Mandys, Connys und Cindys aus Ostdeutschland.

Trotzdem sollte man natürlich nicht alle Kevins über einen Kamm scheren und sich frei von Vorurteilen machen, vor allem wenn es um Bildung und Wissensvermittlung geht. Namen sind eben auch nichts anderes als Geschmacksache und sagen noch nichts zur Person an sich aus. Oder sollten die Eltern ganz gezielt ihr Kind benennen? Was meint ihr dazu?

Via Bildungsklick

Tags: Kurioses · Schule · Studie

14 Antworten bis jetzt ↓

  • 1 guenter_krass // Sep 16, 2009 at 15:17

    Bin mal gespannt was in ein paar Jahren passiert. In meinem Freundeskreis heißen die Kids mittlerweile Fritz, Paul und Josef – also genau wie der deutsche Durchschnittslehrer (der übrigens 48,1 jahre alt ist)…

  • 2 Herr Meier // Sep 16, 2009 at 15:24

    Leute, pc hin oder her, ich weiß wo von ich rede: dei Kevins sind IMMER die Störenfriede. Ich habe in meinem ganzen Lehrerdasein noch keinen vernüftigen Kevin kennengelernt!!!

  • 3 Maria_Monte // Sep 16, 2009 at 15:46

    Ich kenne leider keinen Kevin persönlich, außer dem aus dem Spielfilm ;) Vielleicht wünschen sich ja Eltern, die besagten Namen auswählen, ein ebenso – mmmhpf – aktives Kind, das dann auch dementsprechend erzogen wird?

  • 4 Herr Meier // Sep 16, 2009 at 18:48

    netter Versuch, Frau Monte :-)
    doch es ist wirklich so, die Kevins stammen fast immer aus Familien, die den Spielfilm dem wahren Leben vorziehen. Was dann auch zumeist die Kinder tun…schrecklich, aber wahr. Daher ist Kevin ein Name, den ich automatisch mit den ganzen Tag vor der Glotze oder der von Hartz4 finanzierten Playstation verbinde, jedenfalls jedoch nicht mit dem Streben nach Bildung!

  • 5 Maria_Monte // Sep 17, 2009 at 13:15

    Hier ist noch ein Link zum so genannten Kevinismus: http://www.stupidedia.org/stupi/Kevinismus

  • 6 Jörg // Sep 17, 2009 at 20:29

    Nun,
    einer meiner Nachbarn ist Lehrer. Er behauptet, dass er noch nie einen Tammo erlebt hat, der nicht min. eine Macke hatte. Kommt Tammo auch in der Studie vor?
    Nomen est Omen oder doch eine von innen beschriftete Brille?

  • 7 Kevin // Okt 4, 2009 at 02:03

    Ich hab mein Abitur vor kurzem geschafft. Ein 1,6er Schnitt. Ein Störenfried war ich nie, auch nicht in der Grundschule.

    Nur so nebenbei :D

  • 8 Maria_Monte // Okt 4, 2009 at 12:46

    Gratulation zum super Abi ;) Das zeigt, dass man doch nicht alle Kevins über einen Kamm scheren darf.

  • 9 tanja // Nov 7, 2009 at 02:02

    in einem anderen Forum habe ich geschrieben, dass unser Kevin Christ ist und die Oberstufe besucht. Dieses wurde als Fake behandelt!!!!

  • 10 tanja // Nov 7, 2009 at 02:07

    In diesem Forum wurde auch die Namen von Pastoren und und Lehrern besprochen.
    Kevin ist ein Enkel eines Pastors und in unserer Großfamilie ist Arbeitslosigkeit kein Thema.
    Wir sind selbstsändig sowie alle unsere Freunde.

  • 11 Maria_Monte // Nov 8, 2009 at 16:27

    @ tanja,

    ich verstehe deine Kommentare nicht ganz. Hört sich ziemlich wirr an. Was willst du damit sagen?

  • 12 tanja // Nov 9, 2009 at 01:00

    @Maria Monte
    sorry, wirklich etwas wirr zu lesen, wenn man im falschen Forum eine Antwort schreibt….

    In einem anderem Forum wurde geschrieben, das Kinder aus Patoren- und Lehrerfamilien niemals(!) den Namen Kevin erhalten und Kevins Eltern immer arbeitslos sind und aus der Unterschicht kommen.

    Das Gegenteil zu beweisen war mein Plan mit den Nachrichten.

    Nachgeschoben: Kevin geht auch in die Oberstufe

  • 13 Absage? Vielleicht liegt´s am Namen // Feb 9, 2010 at 13:13

    [...] ob sich mit so einem Test nicht auch andere Vorurteile bestätigen – z.B. bei Namen wie Kevin oder Jaqueline, besonders unattraktiven Menschen oder blonden hübschen Frauen. Gleichstellungsgesetz hin oder her [...]

  • 14 guenter_krass // Sep 14, 2010 at 11:19

    neue Studie…

    http://bildungsklick.de/a/74753/schlechtere-noten-fuer-kevin/

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