“Andersgläubige müssen draußen bleiben” lese ich gerade auf Spiegel-Online und kann meinen Augen kaum trauen. Dort heißt es, dass in Bonn fast die Hälfte aller städischen Grundschulen konfessionsabhängig sind. Dadruch, dass im CDU regierten Bundesland NRW die Schuleinzugsgebiete abgeschafft wurden, können sich die Schulen nun ihre Lieblingsschüler rauspicken. Die Katholiken bleiben so unter sich, denn die konfessionslosen oder -fremden KInder werden einfach abgewatscht. Wie kann das sein? Ich finde, das ist nicht nur gegen Gleichberechtigung, sondern klar diskriminierend! Experten sehen das anders:
Sofort und unabhängig voneinander verweisen der Rechtsanwalt Frank Jansen sowie Klaus Alenfelder, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Antidiskriminierungsrecht, auf eine gesetzliche Einschränkung: Eine Ungleichbehandlung könne etwa “im Hinblick auf die Ausübung der Religionsfreiheit oder auf das Selbstbestimmungsrecht der Religionsgemeinschaften unter Beachtung des jeweiligen Selbstverständnisses gerechtfertigt” sein (§ 20 Absatz 1 Nr. 4). Wolle man der Religionsfreiheit eines Einzelnen gegenüber der Gruppe immer den Vorrang geben, wäre der Betrieb religiöser Einrichtungen praktisch unmöglich, so die Fachleute. Damit wäre die kollektive Religionsfreiheit in Deutschland abgeschafft. Zugleich würde dann womöglich auch die Religionsfreiheit bekenntnisangehöriger Schüler beeinträchtigt, die zugunsten anderer Schüler nicht aufgenommen werden.
Also ich bin schockiert. Klar, wenn ich als Nicht-Katholik an eine katholische Schule gehe, muss ich damit leben, dass hier die chrsitlichen Werte überwiegen. Das kenn man ja schon vom Kindergarten, wo man mit dem Taufschein in der Hand mehr Chancen hat als ohne. Aber an Grundschulen? Ist das wirklich schlau sich so abzugrenzen? Was haltet ihr davon?



2 Antworten bis jetzt ↓
1 Verena Kurz // Aug 31, 2009 at 14:07
das ist ja echt krass. Ich war damals auch in einer “gemischten” Schule. In meiner Klasse waren u.a. auch konfessionslose oder muslimische Kinder und ich hatte schon damals das Gefühl, dass das unsere Klasse nur bereichert hat. Insofern finde ich diese Regelung den totalen Quatsch. Kann mir garnicht vorstellen, dass unser tolles deutsches Rechtsystem sowas zulässt!!!!!
2 guenter_krass // Sep 1, 2009 at 09:27
Als ich den Artikel gelesen habe, erinnerte mich das doch direkt an eine Schule in meinem Nachbarort damals. Gerade war ich auf der Website und in den Aufnahmekriterien steht: “Entsprechend dem Auftrag der Schule werden katholische Schülerinnen und Schüler bevorzugt aufgenommen.” UND “Eine Empfehlung von Seiten des Ortspfarrers oder von Ordensleuten fällt positiv ins Gewicht.” Meiner Erinnerung nach heißt bevorzugt in diesem Fall: Solltest du nicht katholisch sein, müssen deine Eltern entweder sehr einflussrteich sein, oder du musst schon sehr gute Noten haben.
P.S: Ach so: Franziskaner Gymnasium Kreuzburg, Großkrotzenburg, Hessen.
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