Der Sieg der Alliierten über Nazi-Deutschland jährt sich bereits zum 65. Mal, und mit ihm das Ende des Holocausts. Am 27. Januar 2010 wurde weltweit der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz und den Opfern der Vernichtungsmaschinerie gedacht.
Doch wie wird sich eigentlich der Thematik Holocaust im Schulunterricht angenähert? Eine Umfrage der Grundrechteagentur der Europäischen Union (FRA) zeigt, dass die Holocaust-Bildung in der Schule eine Tendenz zur reinen Wissensvermittlung angenommen hat und eine weiterführende Reflexion missen lässt: Was bedeutet der Holocaust für die Entwicklung der Menschenrechte und demokratischen Bewusstseins? Welchen Einfluss nahm er auf die politische Kultur Deutschlands? Welche Verantwortung trägt das heutige Deutschland und welcher Verantwortung wird es sich in Zukunft auch weiterhin stellen müssen? Welche Versäumnisse gibt es?
Diese Tendenz lässt natürlich nach den Gründen fragen. Mangelndes Interesse von Seiten der Schüler ist es meist nicht. Allerdings wollen viele Pädagogen ihre Zöglinge bestmöglich für das Thema sensibilisieren, versuchen Faktenwissen und moralischen Anspruch auf einmal zu vermitteln – und überfordern sich damit selber.
In einer Zeit wo Zeitzeugen immer rarer werden und für eine Generation, deren Großeltern den 2. Weltkrieg kaum noch miterlebt haben dürfen, nimmt die Bedeutung der Gedenkstätten deshalb stetig zu, da sie das Thema authentischer machen. Besuche von ehemaligen Arbeits- und Konzentrationslagern gehört schon seit Jahren zum Pflichtprogramm an Schulen. Aber auch diese müssen ädequat vor- und nachbereitet werden. Und Pädagogen müssen besonders dafür sensibilisiert werden, dass so ein Besuch Emotionen freisetzen kann, die im Unterricht normalerweise nicht zu finden wären.
Die FRA hat deshalb beschlossen, bald ein Handbuch und einen Leitfaden für Lehrer und Gedenkstättenpersonal herauszugeben, um die Pädagogen in der Holocaust-Bildung zu unterstützen. Online gibt es bereits viel Material, was in den Unterricht einfliessen kann. Ebenfalls wäre es in diesem Zusammenhang sinnvoll, das die Holocaust-Literaten in den Unterricht einzubeziehen. Paul Celan wäre hier nur ein Beispiel, wie der Holocaust sich in der Literatur verankert und das Bewusstsein für Sprache beeinflusst hat. Wie waren/sind denn eure Erfahrungen mit der Thematik?



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