Japanische Eltern wollen ihre Kinder möglichst perfekt auf die neue, globalisierte Wirtschaftswelt einstellen. Und das passiert spielerisch: Im Kinderland.
Das Kinderland ist ein Miniaturbild der japanischen Gesellschaft. Über 80 verschiedene Berufe werden vorgestellt. Lernen kann man alles vom Tankwart bis zum Piloten. Finanziert wird der aufwändige Freizeitpark meist von großen Firmen. Mehrere hunderdtausend Euro zahlen Unternehmen dafür, die Kinder an ihre Marken zu binden.
Für umgerechnet 30 Euro kann die elfjährige Mako eine Stadt im Kinderformat entdecken. Sie kann Auto fahren, Brände löschen oder die Nachrichten ansagen. 800 Angestellte kümmern sich um die Kleinen und um die moderne Technik, mit der die Kinder für die Zukunft lernen sollen.
Mako will Ärztin werden und meldet sich im Krankenhaus. Sie erhält eine Ausbildung im Schnelldurchlauf und darf auch gleich krankes Gewebe an einer Gallenblase entfernen. Dabei arbeitet sie mit einem Endoskop und einem Laser. Und ganz wichtig: Mako wird bezahlt, sie bekommt acht Kidzos. Dafür kann sie später Pizza oder Eis kaufen oder das Geld anlegen. Auf jeden Fall braucht Mako dafür ein Konto, das sie bei einer Bank eröffnet, die es auch in Wirklichkeit gibt: Training für ein erfolgreiches Konsumentenleben.
Das Kinderland Kidzanja in Tokio ist auf Monate hin ausgebucht, es gilt als Schule der Nation. Nach nur zweieinhalb Jahren wird jetzt ein zweiter Park in Osaka eröffnet.
Quelle: br-online.de



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