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Kleinere Klassen bringen nichts

April 20th, 2010 · Keine Kommentare

Kleine Klassen sind der Schüssel zum Erfolg – so eine weit verbreitete Meinung. Doch diese Mythe soll jetzt wiederlegt sein und zwar durch eine Auswertung von Ergebnissen der internationalen Grundschullesestudie Iglu 2006, für die der Erziehungswissenschaftler Wilfried Bos verantwortlich ist. Nach ihren Erkenntnissen erbringen die Schüler keine besseren Leistungen, wenn weniger Schüler zusammen lernen. Ein Einfluss der Klassengröße ist also nicht nachweisbar, denn “guter” Unterricht hängt von der Lehrerpersönlichkeit ab. Was für eine Erkenntnis!

Anstatt der Verkleinerung von Klassen werden Maßnahmen zur Steigerung der Unterrichtsqualität empfohlen. Oder – laut Bos – nach niederländischem und skandinavischem Vorbild das Einstellen von „Coteachern“, die mit schwachen und starken Schülern individuell arbeiten sollen.

Zu ganz ähnlichen Ergebnissen wie die Iglu-Wissenschaftler war bereits vor einigen Jahren die Essener Forscherin Grit Arnhold gekommen. Für ihre Doktorarbeit hatte sie vierte Klassen verglichen, kleine mit großen. Das vernichtende Fazit: “In der Regel lassen die Lehrer die Chancen kleinerer Klassen ungenutzt.” Bei einem Frontalunterricht mache es “keinen Unterschied, ob 40 oder 60 Ohren dem Lehrer zuhören”, so Arnhold. Zudem betreuten Lehrer ihre Schüler in kleinen Klassen nicht individueller, gingen kaum auf gute und schlechte Schüler ein. Arnhold vermutete sogar, dass eine “größere Schülerzahl ein besseres Klassenmanagement erzwingt”.

Aber mal Hand aufs Herz – ist es denn nicht klar, dass eine handvoll weniger Schüler nichts am Unterricht ausmacht, wenn das Potential ungenutzt bleibt und trotzdem nicht auf die Schüler eingegangen wird? Für diese Erkenntnis hätte man keine Studie gebraucht….

Tags: Schule · Studie

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