Ob erste schiefe Töne auf dem Instument oder ein bunter Haufen Striche auf dem Papier – Eltern sollten nicht bei allem jubilieren, loben und belohnen, was ihre Sprößlinge so verzapfen. Denn nur ein gut dosiertes und aufrichtiges Lob motiviert zum Lernen. Entwicklungspsychologen raten außerdem davon ab, positives Verhalten noch einmal mit einem Lob zu verstärken, z.B. wenn das Spielzeug oder das Eis mit dem Geschwisterchen geteilt wird. Auch Tadel ist wenig effektiv. Kinder lernen soziales Verhalten am ehesten, wenn ihre Eltern mit ihnen über die Bedürfnisse anderer Menschen sprechen.
Die Psychologin Carol Dweck hat herausgefunden, dass übermäßig gelobte Kinder im fortschreitenden Alter immer unsicherer werden. Sie fragen sich unbewusst, ob man sie bemitleidet oder ihnen nichts zutraut und sie deshalb so übertrieben hätschelt. Besonders Mädchen im Grundschulalter sind besonders sensibel und fühlen sich von Lob oft so unter Druck gesetzt, dass sie sogar Versagensängste entwickeln. Sie werden eher durch Lob motiviert, das ihre Anstrengung thematisiert, während Jungs auch nach einem Lob für ihr Können keinerlei Motivationseinbrüche haben.
Loben ist dennoch wichtig, besonders für das Lernen neuer Dinge ist. Es regt im Gehirn das Belohnungszentrum dazu an, Dopamin auszuschütten. Der Botenstoff motiviert und hilft beim Lernen. Kommt das Lob aber zu schnell, zu leicht oder zu oft, stumpft das System ab.
Hier die Grundregeln für motivierendes Loben:
- Aufrichtig loben! Alles, was zu allgemein, übertrieben oder offensichtlich manipulativ ist, schadet.
- Beschreibend loben! In den Vordergrund stellen, was genau gefällt. Das Lob sollte außerdem die persönliche Meinung widerspiegeln.
- Sparsam loben! Das ist effektiver als ein häufiges Lob.
- Maßvoll loben! Auch wenn ein Kind etwas gerne macht. Bei häufigem Lob könnten sie schnell den Spaß an der Sache verlieren.
- Nicht vergleichend Loben! Lob z.B. vor Freunden, den Geschwistern oder der Klasse ist eher peinlich als motivierend. Außerdem macht es Kindern zu “Siegern” und “Verlierern”.
- Kinder für Dinge loben, die sie ändern können. Beim nächsten Mal strengen sie sich mehr an.



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