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Protest gegen Kooperation von Bundeswehr und Schulen

April 14th, 2010 · Keine Kommentare

Dürfen Offiziere der Bundeswehr Schüler über den Wehrdienst und Laufbahnen als Berufssoldat informieren? In Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland hat die Bundeswehr bereits Kooperationsvereinbarungen über Besuche in den Schulen geschlossen. Hessen soll folgen. Die Mission: Politische Bildung in Sachen Sicherheit und Demokratie. Danach nehmen Offiziere an Diskussionen teil, besuchen den Unterricht in Politik und Wirtschaft und organisieren sicherheitspolitische Planspiele. Nach Aussage der Linken gab es auf diese Weise bereits 2008 etwa 3.900 Vorträge, bei denen rund 130.000 Schülern erreicht wurden. In der Regel herrsche für die Schüler eine Anwesenheitspflicht bei diesen Veranstaltungen. Andere Verbände und Institutionen wie Zivildienststellen oder Friedensdienste dürften dagegen nicht für sich werben.

Protest gegen das Vorgehen regt sich seitens von Schülern, Kirchen-Vertretern sowie Politikern der Grünen und Linken. Denn die bislang bekannten Übereinkünfte gingen weiter als bisher üblich. Danach soll etwa das Engagement der Bundeswehr bereits in der Referendarsausbildung einbezogen werden, Besuche der Armee im Lehrplan vorgesehen sein und die Bundeswehr ein quasi-selbstverständliches Zugangsrecht zu den Schulen haben. Die Folge: Militärisches Denken wird gestreut.

“Wie ein Beispiel aus Todendorf in Schleswig-Holstein zeigt, soll dabei offenbar auch mit Simulationen für den Kriegsdienst begeistert werden”, sagte die Grünen-Politikerin Ina Kortes (Niedersachsen). Dieses Vorgehen habe mit ausgewogener Information wenig zu tun. Korter möchte in Erfahrung bringen, “in welcher Weise und in welchem Ausmaß die Bundeswehr in den Schulen für sich als Arbeitgeber wirbt.” Via Bildungsklick

Doch sind Schulen nicht zur Friedenserziehung verpflichtet? Und was verspricht sich die Bundeswehr von dem exklusiven Privileg, an der politischen Bildung mitzuwirken?

„Die Jugendoffiziere machen keine Nachwuchswerbung für die Bundeswehr“, betont Oberstleutnant Günther Pusch im Gespräch mit der HNA. Man arbeite mit von der Universität entwickelten Modellen zum Gebiet von Politik und Sicherheit. Zudem sei bei jeder Stunde „ausreichend Raum für Diskussion“ eingeplant.

Ich bin jedenfalls für meinen Teil gespannt, ob sich das ganze nicht – wie in dieser Simpsons Folge überspitzt dargestellt – entwicklen wird.

Tags: Politik · Schule

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