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Absage? Vielleicht liegt´s am Namen

Februar 9th, 2010 · 2 Kommentare

Klingt ein Name türkisch, haben Jobbewerber schlechtere Chancen – und das bei gleichen Qualifikationen. Für die Studie hatten Forscher der Universität Konstanz mehr als 1000 fiktive Bewerbungen von Wirtschaftsstudenten um Praktikumsstellen in kleine, mittlere und große Firmen verschickt. Alle Bewerber waren deutsche Staatsbürger und Muttersprachler mit besten Noten. Trotzdem erhielten Kandidaten mit Namen türkischer Herkunft rund 14 Prozent weniger positive Rückmeldungen als Konkurrenten mit deutschen Namen.

In kleineren Unternehmen fiel die Ungleichbehandlung noch deutlicher aus. Dort hatten Tobias und Dennis um 24 Prozent bessere Chancen als Serkan und Fatih. Fazit: Selbst Stellenbewerber mit nahezu perfekten Referenzen werden in Deutschland bei der Jobsuche deutlich benachteiligt, wenn der Arbeitgeber türkische Herkunft vermutet. Dennoch scheinen sich manche Arbeitgeber umstimmen zu lassen. Wenn den Bewerbungen Empfehlungsschreiben beigelegt wurden, die auf persönliche Eigenschaften der Kandidaten eingingen, spielte die Herkunft kaum eine Rolle.

Mich würde mal interessieren, ob sich mit so einem Test nicht auch andere Vorurteile bestätigen – z.B. bei Namen wie Kevin oder Jaqueline, besonders unattraktiven Menschen oder blonden hübschen Frauen. Gleichstellungsgesetz hin oder her – letztendlich entscheiden viele Personaler noch mit all ihren Vorurteilen und Sympathien und greifen nicht unbedingt zu DEM Bewerber mit den besten Noten und Qualifikationen. Leider.

Via Spiegel

Die Studie findet man beim IZA unter der Nr. 4741

Tags: Studie · Wirtschaft

2 Antworten bis jetzt ↓

  • 1 ariane_bunde // Feb 9, 2010 at 19:09

    da menschelt´s halt mal wieder. Traurig, dass immernoch so viele LeuteVorurteile gegenüber Menschen mit Migrationshintergrund haben!!! Ganz schlimm ist es, wie man in verschiedenen Studien lesen kann, vor allem auch im Bereich Stipendienbeantragung. Das finde ich besonders traurig, denn gerade begabte Jugendliche aus sozial schwächeren Milieus haben hier kaum eine Chance.

  • 2 Dirk // Mär 10, 2010 at 11:25

    Es ist unglaublich, dass es immer noch so abläuft in den Firmen. Da sollte man meinen, dass inzwischen mehr Gerechtigkeit und Gleichberechtigung herrscht, aber dem ist wohl keineswegs so. Zufällig habe ich heute morgen ebenfalls einen Artikel darüber gelesen, dass Bewerber mit türkischem Namen auf ihre Bewerbungen hin letzten Endes deutlich weniger Jobangebote bekamen als diejenigen, deren Namen sich deutsch anhören. Das kann es doch wirklich nicht sein, da muss doch etwas geschehen! Ein Name darf doch nicht ausschlaggebend für eine Absage sein, obwohl der Bewerber vielleicht exzellente Qualifikationen hat!

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