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Mein traurigster Blogeintrag

Januar 15th, 2010 · 2 Kommentare

Laut einer neuen Unicef-Studie beurteilen Jugendliche ihre Zukunft nirgendwo so pessimistisch wie in Deutschland. Die Autoren sprechen von einem “fast depressiven Zukunftsbild”. 6% der Kinder sagen, sie seien Außenseiter. 11% der befragten 15-jährigen Schülerinnen und Schüler geben an, sich “unbehaglich und fehl am Platz” zu fühlen. Etwa jeder Dritte fühlt sich “alleine”.

Obwohl laut der Studie, die Lage der Kinder und Jugendlichen alles andere als schlecht ist (weltweit Platz 8), erwarten knapp 25 Prozent, dass sie nach Beendigung der Schule und der Ausbildung Arbeiten ausüben werden, die gering bezahlt werden. Jeder vierte junge Mensch sieht schwarz für die eigene Zukunft. Dabei liegt die Arbeitslosigkeit bei Jugendlichen in Deutschland niedriger als in den meisten anderen OECD-Ländern. Auch die Qualität der Bildung hat sich in Deutschland nach dem schlechten Abschneiden bei der letzten Pisa-Studie verbessert. Die Teenager in den USA hätten weit größeren Anlass, schwarz zu malen – tun es aber nicht. Die Vereinigten Staaten schneiden im Gesamtvergleich der Arbeitslosigkeit junger Erwachsener am schlechtesten ab. Sie hätten allen Grund, sich zu sorgen, sind aber die Optimistischsten.

Die Untersuchung zeigt, was im Umgang mit Kindern in Deutschland schief läuft. “Wir sind in den letzten Jahren in einen Pessimismus reingerutscht”, erklärt der Macher der Studie Hans Bertram. “Und als Erwachsene, als Eltern und Lehrer müssen wir uns fragen, ob wir die Erwartungen so hoch schrauben, dass die Kinder schlicht nicht mehr mitkommen.” Geben die Erwachsenen den Kindern keine Möglichkeit, den Glauben an sich selbst und an ihre eigene Leistungsfähigkeit zu entfalten? Verkünden Politik, Medien und Wissenschaft ein Weltbild, das zur Folge hat, dass die Jugendlichen voller Selbstzweifel sind? Sind die Deutschen gar notorische Schwarzmaler, die stets von Problemen, nie aber von Lösungen sprechen?

Quelle: spiegel.de

Tags: Studie

2 Antworten bis jetzt ↓

  • 1 Holger_Müller // Jan 15, 2010 at 13:31

    Wen mich jemand fragen würde, was ich am wenigsten an Menschen mag, dann wäre meine Antwort: Pessimismus.

  • 2 ariane_bunde // Jan 19, 2010 at 00:57

    Mein erster Gedanke, als ich den Artikel gelesen habe war: ja, aber ist das nicht einfach normal in dem Alter?
    Wenn ich jedoch weiter darüber nachdenke: Korreliert die Problematik nicht eindeutig mit der im Artikel “Gestresste Schüler und Babys unter Leistungsdruck”? Unser gesamtes Bildungssystem und ich würde wagen zu behaupten unsere gesamte Gesellschaft befindet sich gerade in einer Umbruchphase, die Leidtragenden sind die Schüler. Sie müssen zusätzlich zu den ganz normalen Pubertätsproblemen auch noch mit einem System im Umbruch kämpfen, das fast schon übermenschliche Anforderungen an sie stellt. Und in kaum einem Land wird mit diesem Systemwechsel so unentspannt umgegangen wie in Deutschland. Oder macht sich sonst jemand so einen Kopf wie wir um Pisa?
    Klar, dass da der Druck auf die Jungend steigt, und klar, dass man ihnen eher helfen müsste damit umzugehen, als immer neuen aufzubauen. Die Frage ist doch: wo ist die Lösung. Die darf aber keinesfalls in Therapien liegen, sondern müsste unser ganzes System auf den Prüfstand stellen…

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